Eingeschränkte Verdauung im Winter

Hallo zusammen,

auf die Gefahr hin, dass diese Frage so oder so ähnlich schon mal diskutiert wurde, habe ich eine Frage zur Futterverwertung bei kalten Wassertemperaturen.

Kois nehmen auch bei niedrigen Wassertemperaturen Futter auf, können es aber nicht mehr verdauen/ verwerten. Angeblich liegt das am Fehlen oder der Inaktivität von Verdauungsenzymen.
Wer kann mir eine Quelle (gerne auch englisch) nennen, wo dieser Sachverhalt wissenschaftlich untersucht und bestätigt/ verworfen wurde? Auch andere Studien zum Thema "Winterfütterung"-eingeschränkte Verdauung würden mich sehr interessieren.

Bin für jeden Tip dankbar;)

LG
Rolf
 
Hallo Rolf,
auch wenn ich dir keine wissenschaftliche Quelle liefern kann,
kann ich mir vorstellen, dass durch die niedrigen Temperaturen
trotz Enzymen(Biokatalysatoren) die Aktivierungsenergie, die zur
Spaltung der Nährstoffe benötigt wird, nicht mehr aufgebracht werden kann.
Vorallem da Koi Wechselwarme (piokilotherme) Tiere sind und so die zur Spaltung genutzte Energie nahezu direkproportional zur Umgebungstemp. zu setzen ist.

Das war Theorie 1 Theorie 2 wär, dass der Fisch aus verschiedenen
Gründen (z.B. Herunter fahren der Aktivität) keine oder zu wenig
Enzyme produziert. Dadurch keine herunter Setzung der Aktivierungsenergie
möglich ist und so auch keine Nährstoffe gespalten und aufgenommen werden kann.

Aber wie gesagt sind nur Theorien also würde ich mich freuen, wenn jemand genaueres dazu sagen kann. :wink:

lg
minikoi
 
whackercatcher schrieb:
Kois nehmen auch bei niedrigen Wassertemperaturen Futter auf, können es aber nicht mehr verdauen/ verwerten.

Hallo Rolf,

die Verdauung dauert bei tiefen Temperaturen einfach länger. Du kannst davon ausgehen, dass der Fisch mit dem aufgenommenen Futter noch etwas anfangen kann, ansonsten würde er nichts mehr aufnehmen. Der natürliche Trieb ist meist nicht verkehrt. ;-)

Keine Studie, aber ein paar generellen Takte zu tiefen Temperaturen bei Fischen:

http://www.kleintierpraxistelli.ch/Eisfische.pdf

Gruß,
Frank
 
Hab in meiner Zeit als Carphunter immer davon gehört, das das Futter, je höher die Temperatur um so schneller geht es durch den Verdauungstrakt.
Die werden bei niederigen Temperauren auch verdauen, aber wenn es richtig kalt wird braucht das Futter wohl ein - zwei Tage bis es hinten wieder raus kommt. In so langer Zeit wird dem Futter sicher auch Energie entzogen.
 
Ja oK das verstehe ich.
Meiner Theorien ist ja auch vorrangestellt,
dass die Verdauung irgendwann garnicht mehr funktionirt.
Wobei ich auch schon gehört habe, dass man ab ca. 5-6 °C
besser nicht mehr füttern soll, da das den Tieren mehr schadet als hilft.

Die eingeschränkte Verdauung kann übrigens auch mit den Theorien erklärt
werden. Sie klingen meiner Ansicht nach wenigstens ein wenig plausibel. :wink:

lg
Philipp
 
Meiner Meinung nach funktionier eine Verdauung solange der Koi schwimmt und aktiv ist.

Durch falsches oder zuviel Futter kann man unter 8 Grad aber mehr schaden anrichten wie der nutzen sein kann.

Ich habe vor 2 Jahren einige Tosai gehabt die ich aus den Teich nehme muste da die am umkippen waren.

Aufgefallen ist mir das beim langsamen hochfahren der Temperatur bei den Koi eine Darmentlehrung statgefunden hat.Zum Teil mir weissen schleimigen Kot.

Das läst den rückschluss zu das eine Verdauung fast nicht mehr funktioniert.

Ich handhabe das so das ich im Winter bei einer wärmeren bereich etwas futter gebe.

In Pellets ausgedrückt 2-3 pro Koi.

Ich denke das Störfutter im Winter nicht schlecht sein kann ,aber dazu würde mich auch mal die Meinung hier interessieren.
 
hallo,

ganz einfach, solange die koi fressen wollen, sollte man auch füttern. ich denke sie wissen selbst ganz genau, wann sie etwas fressen können und wann nicht. da braucht man keine studien für, die irgendeiner irgendwann mal zusammengetippt hat, um danach seinen futterplan zu erstellen.

jeder koi ist anders und jeder koi hat seinen eigenen futter,- und energiebedarf. da kann man nicht alle koi über einen kamm scheren. erst recht nicht, wenn man koi unterschiedlichen alterklassen zusammen in einem teich pflegt.

einfach mal seine koi genau beobachten. da kann man schon eine menge draus schlussfolgern. :wink:

fakt ist auch, das es hochwertiges und leicht verdauliches futter geben sollte in angepassten mengen. manche mischen diesem auch noch störfutter mit unter. :wink:

mfg andi
 
Bei einigen Koi wie meinen fetten Chagoi hilft das nicht,der würde versuchen das Eis aufzuschlagen um an Futterpellets zu kommen.

Ich denke das diese Koi nicht wissen was gut für Sie ist.

:wink:
 
Hallo zusammen,

wenn ich mir so die Meinungen zum Thema füttern im Winter anschaue, so geht diese größtenteils in die Richtung, daß die meisten füttern, aber logischerweise sehr eingeschränkt. Gut bis zu welcher Temperatur muß wohl jeder bei seinem individuellen Teich herausfinden, ich sehe hier auch bei meinem Teich keine feste Grenze, denn wie manche schrieben, fressen bei manchen die Koi noch bei 10 Grad odentlich, wobei ich bei meinen Koi beobachtet habe, daß diese ab 12 Grad schlagartig kaum noch fressen.

Selbst wenn ich nur 1 x täglich sehr wenig Futter anbiete, wird dies nur sehr zögerlich angenommen, wobei meine Koi doch noch relativ aktiv sind. Deshalb werde ich jetzt nur noch jeden 2-3 Tag sehr sparsam füttern, solange bis ich sehe daß das Futter nicht mehr angenommen wird, wobei ich persönlich unter 8 Grad sehr vorsichtig wäre.

Ich denke mal es ist den meißten auch klar, daß durch die kälteren Temperaturen einfach der Stoffwechsel der Koi verlangsamt wird, die Tiere dadurch sich weniger bewegen, weniger Energie verbrauchen und auch benötigen. Natürlich sollte man dann auch durch die Verlangsamung der Verdauung leichte Kost anbieten.

Da ich unter den letzten Antworten immer wieder Störfutter gehört habe, bin ich doch etwas verunsichert. Als leichtes Futter wird sicher von vielen Wheatgerms verwendet, welches durch den geringeren Fettgehalt von meist 7 % auch leicht verdaulicher ist. Störfutter hingegen hat meist einen Fettgehalt von höher 20 %. Hier geht es dann darum um Energiereserven ( deshalb fetten viele ja auch zum Frühjahr und Herbst hin ihr Futter mit Fischöl auf)für den Winter zu schaffen, ist aber dieser hohe Fettgehalt denn auch leicht verdaulich ??
Ich dachte, daß ein hoher Fettgehalt eher schwerer verdaulich ist, und man aufgrund dessen eher leichter verdauliche Wheatgerms füttert.

Wer kann denn hierzu etwas fundierteres sagen ???

Gruß Jürgen
 
Andi McKoi schrieb:
hallo,

ganz einfach, solange die koi fressen wollen, sollte man auch füttern. ich denke sie wissen selbst ganz genau, wann sie etwas fressen können und wann nicht. da braucht man keine studien für, die irgendeiner irgendwann mal zusammengetippt hat, um danach seinen futterplan zu erstellen.

jeder koi ist anders und jeder koi hat seinen eigenen futter,- und energiebedarf. da kann man nicht alle koi über einen kamm scheren. erst recht nicht, wenn man koi unterschiedlichen alterklassen zusammen in einem teich pflegt.

einfach mal seine koi genau beobachten. da kann man schon eine menge draus schlussfolgern. :wink:

fakt ist auch, das es hochwertiges und leicht verdauliches futter geben sollte in angepassten mengen. manche mischen diesem auch noch störfutter mit unter. :wink:

mfg andi

:thumright:

Hallo Andy,

hier kann ich Dir nur uneingeschränkt zustimmen.





Meine Koi können es auch sehr wohl abschätzen, ab wann eine Futteraufnahme kontraproduktiv ist und nämlich dann, wenn das Interesse nach Aktivität nachlässt, dann kommen sie nicht mehr an die Oberfläche zum fressen.

Eigentlich alle stellen die Futteraufnahme bei mir bei 5 Grad ein, zwischen 5-8 Grad ist die Futteraufnahme der Koi verschieden.
Gezwungen zum fressen wird ja keiner, die Futtermenge wird jeweils den Bedarf angepasst.

Ich füttere nur Schwimmfutter, dass bist zu 24 Std. schwimmfähig bleibt, hier kann ich genau beobachten, wieviel noch gefressen wird.

Da ich ich im ganzen Teich die selbe Temperatur unterm Folienzelt habe, sind die eh noch lange oben am rumschwimmen und machen erst Gruppen kuscheln am Boden wenn es Richung 5 Grad geht.

Ich hatte auch schon im Winter die Temperatur versuchsweise bei 7-8 Grad gehalten, aber da verfeuert man leider zu viel Energie, zu mal ich mit Strom zuheizen muss.

Eine Futterpause von 4-5 Wochen hat ja auch keinelei negative Folgen, so dass ich hier nicht mehr Energie aufbringen muss, um den Koi ein überleben zu sichern. :wink:
 
Hallo Jürgen,
viel kann ich dir dazu nicht sagen nur soviel,
dass man bei Fetten zwischen gesättigten und ungesättigten
unterscheiden muss.
Zu den Gesättigten zählen nahezu alle
tierischen, zu den ungesättigten nahezu alle pflanzlichen.

Ungesättigte sind wiederum in mehr- und einfach ungesättigte
zu unterteilen.(Omega 9 bzw. Omega 6 und 3)
(man kann mit Ausnahmen sagen je "ungesättigter" desto gesünder)

Viele Fischfette, wie auch das oft verwendete Lachsöl, sind eine
Ausnahme und zählen zu den mehrfachungesättigen genau Omega 3 Fettsäuren.
laut: http://www.novafeel.de/ernaehrung/fette/fette.htm sind ungesättigte
besser zu verdauen als gesättigte.

Daraus folgt trotz hohem Fettgehalt relativ hohe Verdaulichkeit

Ich schätze ausserdem, dass im normalen Futter nicht so auf die
verschiedenen Fette geachtet wird.

lg
Philipp
 
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