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Koi aufgebläht und einige Schuppen hinter Kiemen stehen ab

 
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Leodentis
Junior Mitglied


Anmeldungsdatum: 17.06.2018
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 17.06.2018 18:40    Titel: Koi aufgebläht und einige Schuppen hinter Kiemen stehen ab Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo liebe koi-live Community!

Da dies sozusagen mein erstes Thema hier im Forum ist: Mein Name ist Fabian und ich brauche dringend eure Hilfe. Oder vielmehr: Ein Koi braucht eure Hilfe. Sad Es wird eine etwas längere Story, aber ihr braucht ja auch sicherlich erst einmal Kontext, um euch ein Urteil bilden zu können.

Direkt vorweg: Ich weiß, dass Ferndiagnosen eigentlich immer schwierig bis unmöglich sind. Aber es gibt sicherlich viele unter euch, die bereits auf eine sehr, sehr lange Erfahrung im Umgang mit Koi zurückblicken können und deswegen vielleicht etwas ähnliches erlebt haben.

Die Kois meiner Eltern sind soweit alle putzmunter, agil und zutraulich. Eine (vermutlich?) Koidame macht uns jedoch große Sorgen, da sie jetzt kurz vor dem Wochenende aufgedunsen ist, eventuell schon Mittwoch oder Donnerstag, das weiß ich leider nicht genau. Da ich erst am Freitag daheim ankam, ist das sozusagen mein "Stand der Dinge".

Da wir bis dato (in 8 Jahren) noch nichts derartiges erlebt haben und entsprechend keinerlei Erfahrung besitzen, waren wir alle sehr ratlos. Nach Recherche im Internet haben wir über allerlei schockierende Krankheiten bei einem solchen Symptom gelesen, allen voran die Bauchwassersucht, die - so wie wir oft gelesen haben - bei Aufquellen schon so weit fortgeschritten ist, dass alles weitere zu spät ist.

Was uns jedoch stutzig macht ist, dass die Dame weder Glotzaugen hat, noch dass sie aussieht wie ein Tannenzapfen. Durch die momentane Körpergröße sind einige Schuppen direkt hinter den Kiemen leicht abstehend, sonst sieht ihr Körper aber ganz normal aus.

Sie war jedoch auch relativ apathisch an der Wasseroberfläche, stand jedoch normal im Wasser. Auch bei einem Fütterungsversuch kam sie nur sehr zögerlich heran (normalerweise ist sie eine der Ersten am Beckenrand), hat 2-3 Perlchen in den Mund genommen aber das Futter wieder ausgestoßen.

Da wir große Angst um den Fisch haben und ihn nicht verlieren möchten, haben wir versucht, schnell (aber gleichzeitig so schonend wie möglich) zu handeln. Ich habe am selben Abend über Amazon ein Breitbandmedikament bestellt (JBL Ektol bac Pond Plus), welches dann auch gestern ankam. Meine Mutter hat zwischenzeitlich ein Kurzzeit-Salzbad (mit Teichwasser) veranlasst, welches vom Koi auch gut vertragen wurde. Als der Fisch anfing zu kippen, wurde sofort gestoppt und der Koi zurück in den Teich verfrachtet. Dies machte ihn nach dem "Aufwachen" auch etwas fitter.

Den Samstag haben meine Mutter und ich dann damit verbracht, ein Planschbecken (welches wohl ca. 700 Liter fasst) zu kaufen, es als Quarantänebecken neben dem Teich aufzubauen und zu befüllen.

Es wurden exakt 600 Liter eingefüllt, wir haben mit einem 10-Liter-Eimer und einem Litermaß gearbeitet. Dabei wurden 400 Liter Teichwasser und 200 Liter Frischwasser (Leitung) mit nahezu gleicher Temperatur verwendet. Es ist eine Sauerstoffpumpe mit 4 Sprudelsteinen im permanenten Einsatz.

Die Patientin wurde sodann "eingewiesen" und ihr eine Eingewöhnungszeit von ca. 2 Stunden gegeben, obwohl sie sich schon nach wesentlich kürzerer Zeit den Umständen entsprechend wohlgefühlt hat.

Zum Lindern des osmotischen Drucks habe ich dann eine Aufsalzung vorgenommen, natürlich unjodiertes Speisesalz. 5 Gramm pro Liter, also 3 kg Salz auf die gesamte Wassermenge. Dabei habe ich über einen Zeitraum von etwas mehr als einer Stunde sanft die ersten 1,5 kg Salz hinzugefügt, dann gab es 70 Minuten Pause und dann die nächsten 1,5 kg Salz, wieder in etwas mehr als einer Stunde.
In Bezug auf das Verhalten der Patientin wirkte dies wahre Wunder, sie war noch am selben Abend wie ausgewechselt, ohne panisch oder unruhig zu wirken. Ihre vormals schnelle Atmung (im Teich und auch danach noch im Becken) wurde merklich ruhiger, sie zieht gemächlich ihre Bahnen und folgt uns sogar wieder, wenn wir an das Becken herantreten und herumgehen.

Ich würde ihr Verhalten momentan als absolut unauffällig bezeichnen, wenn da eben nicht diese Aufblähung wäre. Dieser Zustand hat sich in all der Zeit weder verbessert noch verschlechtert. Die Schuppen sind nach wie vor glatt angelegt (bis auf die paar Stück direkt hinter den Kiemen), die Augen sind normal und werden auch problemlos gedreht um die Umgebung zu beobachten, kein Flossenklemmen, kein Kiemenspreizen, keine Aufstellung des Rückenkamms.

Wir hatten beschlossen, der Dame eine Gewöhnung an das Salz über Nacht zu gewähren und am Sonntag (heute) die Medizin hinzuzugeben, um ihrem Organismus nicht die volle Dröhnung auf einmal zuzumuten. Heute Morgen haben wir trotz vernünftiger Wasserwerte (lt. Teststreifen 6 in 1) einen Teilwasserwechsel von 63 Litern durchgeführt. Gleiche Temperatur wie im Becken (zwischen 18 und 19°C) und gleiche Salzkonzentration von 5 Gramm pro Liter. Nach einer halben Stunde wurde dann die Medizin hinzugegeben.

Es handelt sich wie bereits beschrieben um das Präparat "JBL Ektol bac Pond Plus". Der Hersteller gibt eine Dosierungsanweisung von 40ml auf 800 Liter Wasser, macht im Quarantänebecken bei 600 Liter nach Adam Riese also 30ml. Wir haben (wie vom Hersteller empfohlen) erstmal die Hälfte mit der Gießkanne über dem Becken verteilt, 20 Minuten gewartet und dann die nächste Hälfte verabreicht. In all der Zeit zeigte der Fisch keinerlei anormales Verhalten.
Unser Gedankengang hierbei: Selbst wenn keine bakterielle Infektion die Ursache für das Leiden ist, so können wir zumindest den Keimdruck auf ihr Immunsystem so gering wie möglich halten und ihr eventuell bei der Selbstheilung helfen.

Die Wasserwerte wurden bis dato engmaschig kontrolliert (ca. alle 2 Std.) und noch häufiger wird eine nicht-invasive "Sichtkontrolle" der Koidame von oben durchgeführt. Wir füttern die Patientin bis dato nicht. Alle anderen Koi im Teich zeigen keine Auffälligkeiten und scheinen nicht betroffen zu sein. Eine Koitierärztin (Fr. Dr. Schleicher) wurde ebenfalls informiert, allerdings müssen wir momentan auf einen Termin warten, was uns natürlich weiter ängstigt.


Meine Fragestellungen nach dieser gesamten Wand aus Text sind: Hat jemand von euch schon mal einen ähnlichen oder sogar den gleichen Fall gehabt? Weiß jemand, ob man das wieder in den Griff bekommt? Handeln wir richtig / vernünftig oder begehen wir Fehler bei der gesamten Geschichte?
Wir machen uns aktuell wirklich sehr große Sorgen um unsere Patientin und sekundär natürlich um alle Teichfische.

Ein Bild der Koidame vom Samstag wird angefügt, körperlich ist sie momentan unverändert.
Selbstverständlich beantworte ich gerne alle weiteren Fragen hierzu!

Liebe Grüße,
Fabian
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adv
Mitglied


Anmeldungsdatum: 17.06.2018
Beiträge: 314
Wohnort: Hamburg

Verfasst am: 17.06.2018 18:40    Titel: Links zum Thema

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Xenomorphin
Junior Mitglied


Anmeldungsdatum: 08.12.2013
Beiträge: 14
Wohnort: 23611 Bad Schwartau

BeitragVerfasst am: 17.06.2018 20:15    Titel: Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Fabian,

wie du schon schreibst, Ferndiagnosen sind immer schwer, aber unabhängig davon was euren Koi nun erwischt hat würde ich zwei Dinge anmerken:

1.: Die meisten Medikamente vertragen sich nicht besonders gut mit Salz. Ist zwar nicht bei allen so, aber generell sollte man nie Medikamente zusammen mit Salzbädern anwenden. Ich kenne das "JBL Ektol bac Pond Plus" und den angegeben Wirkstoff Providon-Iod nicht, daher weiss ich nicht ob es hier eventuell anders ist.

2.: Ich weiss ihr wolltet schnell aktiv werden, aber es macht eigentlich keinen Sinn wild drauflos Medikamente zu verteilen wenn ihr eigentlich nicht wisst ob die Koidame überhaupt ein bakterielles Problem hat.
Zum Glück habt ihr bereits einen Tierarzt verständigt, dann kann das abgeklärt werden.

Sollte der Termin zu lange hin sein versucht doch auch mal Frau Dr. Lechleiter zu schreiben: sandra.lechleiter@fishcare.de . Sie antwortet meistens sehr schnell.

Zu den Erfahrungswerten:
Ich hatte bereits zwei Koi die ähnliche Symptome hatten und leider beide unter Tumoren im Bauchraum litten. Ich hoffe sehr daß das bei euch nicht der Fall ist, da es hier keine Hilfe gibt.

LG und viel Glück
Katharina

_________________
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Kleine Teichbau-Doku: http://koi-freunde-nord.de/index.ph.....him/&postID=76#post76
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Leodentis
Junior Mitglied


Anmeldungsdatum: 17.06.2018
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 17.06.2018 20:37    Titel: Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Katharina,

vielen Dank für die schnelle Antwort!


Allerdings wirft dies für mich eine weitere Frage bezüglich Salzbädern und Medikamenten auf: Was ist der Grund für das "Nichtvertragen" der beiden Elemente? Ist es wegen einer eventuell auftretenden Toxizität im Wasser? Oder wird davon einfach nur irgendetwas wirkungslos?

Also ich habe gelesen, dass Antibiotika in aufgesalzten Teichen vor allem deswegen kontraindiziert sind, weil gewisse Keime sich fabelhaft in diesem Wasser vermehren, das Antibiotikum jedoch auch die gutartige Bakterienkultur im Filter abtöten. Somit hätten eben diese Keime leichteres Spiel, dem Fisch zu schaden.


Der Hersteller des o.g. Medikaments gibt auch an, dass bei erhöhter Salzkonzentration das Mittel eventuell an Wirkung verlieren könnte. Die Sache ist aber irgendwie in mehrfacher Hinsicht schwammig für mich. Wovon hängt es ab? Und sollte dem so sein, von welchem Wirkungsgradverlust reden wir?


Ich weiß auch einfach nicht weiter, der Fischdame geht es nach der momentanen Behandlung augenscheinlich gut - ich bin versucht zu schreiben, dass sie sich absolut normal verhält. Also so wie vorher, als sie noch gesund war. Sie sieht eben nur nach wie vor so aufgequollen aus, und das hat sie wohl erst seit ein paar Tagen. Crying or Very sad

Wir hoffen und bangen, dass es eben nur irgendeine Entzündung ist und nicht a) ein Tumor, weil es sich nicht über einen langen Zeitraum so entwickelt hat oder b) diese unheilbare Infektion, die ebenfalls Bauchwassersucht verursacht, aber innerhalb kürzester Zeit tödlich verläuft. Denn schließlich ist der Zustand schon seit einem an und für sich längeren Zeitraum unverändert, und sie macht den Eindruck als freue sie sich ihres Lebens.


Auch noch mal vielen Dank für den Tipp mit Frau Dr. Lechleiter, ich werde ihr sofort schreiben!

Liebe Grüße
Fabian
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tosa
Mitglied


Anmeldungsdatum: 07.01.2014
Beiträge: 2614
Wohnort: südlicher Speckgürtel von Berlin

BeitragVerfasst am: 17.06.2018 20:42    Titel: Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hi Fabian,

da du leider keinen Wohnort angegeben hast, bzw. auch keinen PLZ-Bereich, hier die Liste der Koi-Doc.

http://koi-live.de/ftopic7741.html

Da die Koiärzte an die Teiche kommen und dort auch das Umfeld ansehen solltest du mit einem in deinem näheren Bereich Kontakt aufnehmen. Sprich die kommen zu euch und gucken sich das alles genauer an.

_________________
Viele Grüße
Torsten

Frisches coppens Futter kaufe ich bei:
www.selfmade-baits.de
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Leodentis
Junior Mitglied


Anmeldungsdatum: 17.06.2018
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 17.06.2018 21:05    Titel: Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Torsten,

auch dir vielen Dank für die Antwort! Ich werde mal versuchen, vielleicht mal einen weiteren Arzt zu kontaktieren. Je nachdem wie lange es sich mit dem Termin hinziehen sollte.

Liebe Grüße
Fabian
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