"Diät" vor und nach Neuzugang

andir80

Mitglied
Guten Abend,
ich hätte hier eine Anfängerfrage.
Ich habe gelesen, dass vor und nach dem Neuzugang mehrere Tage bzw. eine Woche nicht gefüttert werden soll, warum?
Ich als Laie würde denken, dass durch den Neuzugang Stress als auch "Neu Bakterien" in den Teich gelangen und somit die Fische mehr Kraft und Abwehr benötigen würden und ich dies durch eine ausreichende Fütterung sicherstellen könnte.

Vielen Dank im Voraus für die Antworten
 

Mario1

Mitglied
Hallo,
wo hast du diesen "Quatsch" gelesen? Einen sinnvollen Grund für dieses Verhalten kenne ich nicht (ich halte 30 Jahre Fische).
Den von dir erwähnten Aspekt mit den "Neu Bakterien" gebt es tatsächlich und um damit keine Probleme zu bekommen solltest du dich eingehend mit dem Thema Quarantäne (hier im Forum schon ausgiebig beschriben/ diskutiert) beschäftigen. Dieses "Problem" schafft man nicht aus der Welt, indem man seinen Bestand 'ne Woche nicht füttert.
Ciao, Mario.
 

Münsteraner

Mitglied
Da gibt´s vom Kammerer schon den Tipp, die Fische 1 Woche nach Neuzugang nicht zu füttern. Ich persönlich halte es auch für sinnig. Es senkt den Bakteriendruck im Wasser und den Stresslevel der neuen Fische.

Tatsächlich stehe ich am zweiten Tag schon wieder mit dem Futtereimer am Teich.
 

Mario1

Mitglied
Münsteraner schrieb:
Da gibt´s vom Kammerer schon den Tipp, die Fische 1 Woche nach Neuzugang nicht zu füttern.
Hallo,
man stelle sich vor, ein Koikichi hat fünf (od. mehr) Neuzugänge im Jahr zu unterschiedlichen Zeiten (soll es durchaus geben!).
Ich halte es für absoluten Quatsch.
Wenn solche Maßnahmen nötig sind, um den Teich / Bestand stabil zu halten, stimmt etwas nich mit dem System; meine Meinung, kann aber jeder machen wie er will.
Ciao, Mario.
 
Moin...

Ich halte es wie Münsteraner..

Modern Koi Blog 102.. Sehr gut erklärt... Ich hab meine alten koi hinzugesetzt und Händle es so zum ersten Mal..

Bis jetzt keine Probleme..

Gruß Rene
 

Teich4You

Mitglied
Es gibt ja meist nie nur einen Weg der funktioniert.

Ich selber mache auch die Futterpause und habe bereits mehrere Vergesellschaftungen damit "durchstanden".

Das Problem der zeitlich versetzten Neuzugänge kenne ich natürlich auch.
Dafür nutze ich eine separate Quarantäne.
Von dieser kann ich dann in einem Schwung alle Neuen in den Teich überführen.
 

Fred S

Mitglied
Also mir ist aufgefallen das das zusetzen neuer Koi zum Altbestand von Fall zu Fall verschieden ist, sicher logisch, da die neuen Bakterien unterschiedlich wirksam sind. Neben der Temperatur und dem Stadium des Immunsystems sind aber vermutlich auch Stresshormone beim Einsetzen der neuen Koi mit verandwortlich die diese abgeben was den Altbestand ebendfalls verunsichert, je nach dem wie sie Ihre neue Umgebung wahrnehmen, zb. wesendlich Kleinere Koi haben erst mal Angst und fühlen sich verunsichert und verstecken sich.
Das beeinflusst natürlich das Fressverhalten auf beiden Seiten.
Aber andererseits habe ich dieses Jahr beim mehrmaligen zusetzen der Thosai von verschiedenen Händlern in meinem kl. Aufzuchtteich keine Probleme oder Reaktionen feststellen können. Die neuen Koi integrierten sich nach kurzer Verschnaufpause und Orientierung in den nach Futter bettelnden Schwarm von gleichaltrigen und zogen mit aufgeregt oder neugierig Ihre Kreise und nahmen auch vertrauensvoll Futter auf.
Ich hatte auch schon Neubesatz, der gar nicht gut ankam, der Altbestand zeigte Unbehagen, stellte sich schräg, ruhte oder scheuerte sich eine Woche lang. Reaktion von mir abwarten und sorgenvoll beobachten bis sich die Situation besserte.
Gruß Fred
P.s. Wetter kalt, windig kaum Sonne da hat man Zeit zum schreiben :D
 

Anhänge

Chris72

Mitglied
Ich kann nur empfehlen kurz vor dem Zusetzen und einige Tage danach nicht zu füttern.

Immer wenn ich es so gemacht habe, dann gab es keine Probleme.

Ich habe auch schon Koi zugesetzt und am nächsten Tag wieder gefüttert und meist ist nichts dabei passiert, aber es kann auch in einer kleinen Katastrophe enden.

Nachdem ich mich in der Vergangenheit immer dran gehalten habe, habe ich jetzt vor knapp zwei Wochen drei Koi zugesetzt und leider wieder nach einem Tag mit dem Füttern angefangen.

Das hat mich leider drei Ausfälle gekostet. Darunter einen Karashi, der in 8 Wochen von 33cm auf 50cm gewachsen war.

Alle drei Koi sind ohne Vorzeichen innerhalb von wenigen Stunden verstorben. Alle mit massiver Kiemennekrose.

Man würde evtl. nur anhand der Symptome sogar KHV vermuten, aber ich gehe hier wie auch bei meinem Fall in der Vergangenheit von Columnaris Bakterien aus. https://fishcare.de/news/latest-news/co ... ekrose.htm

Hier wird dies auch recht gut beschrieben https://www.youtube.com/watch?v=I_trDflAQ7Y

Es muss natürlich einiges zusammenkommen, damit es so schnell und extrem abläuft. Ich hatte in beiden Fällen 24-25 Grad Wassertemperatur und recht viel im Vorfeld gefüttert.

25m3 Teich mit redundanter Filteranlage (Trommel- + Vliesfilter) und sehr großer Biologie. Wasseraustausch deutlich über 1 mal pro Stunde. Ammonium und Nitrit bei 0. Sauerstoff bei 100%. Redox Wert bei ca. 280 (ich verwende kein Ozon). Auch wenn es immer besser geht, aber das Setup ist sicher nicht schuld.

Leider - oder auch zum Glück für die anderen Koi - hatte ich ein ähnliches Szenario schon einmal in der Vergangenheit. Mit entsprechenden Maßnahmen konnte ich Situation jetzt schnell in der Griff bekommen und alle anderen Fische sind OK.

Sucht man hier erst einmal ahnungslos nach der Ursache, dann kann es den ganzen Bestand in wenigen Tagen kosten.
 

Mario1

Mitglied
Chris72 schrieb:
habe ich jetzt vor knapp zwei Wochen drei Koi zugesetzt und leider wieder nach einem Tag mit dem Füttern angefangen.
Das hat mich leider drei Ausfälle gekostet
Hallo,
es ist deine Vermutung od. kannst du den direkten Bezug zw. deinem Neubesatz und dem füttern def. erklären (will nicht beweisen schreiben :wink: )?
Ich habe noch nie durch die weiterführende Fütterung Tiere verloren, bzw sehe keinen direkten Bezug dazu.
Ciao, Mario.
 

Palatia

Mitglied
FanaticKoifan schrieb:
Moin...

Ich halte es wie Münsteraner..

Modern Koi Blog 102.. Sehr gut erklärt... Ich hab meine alten koi hinzugesetzt und Händle es so zum ersten Mal..

Bis jetzt keine Probleme..

Gruß Rene
Bei mir Handhabe ich das schon seit 3 Jahren so und bin bisher damit ohne jeglichen Probleme.

Gruß Jürgen
 

Chris72

Mitglied
Mario1 schrieb:
Hallo,
es ist deine Vermutung od. kannst du den direkten Bezug zw. deinem Neubesatz und dem füttern def. erklären (will nicht beweisen schreiben :wink: )?
Ich habe noch nie durch die weiterführende Fütterung Tiere verloren, bzw sehe keinen direkten Bezug dazu.
Ciao, Mario.
Ich kann das natürlich nicht beweisen. Aber die grundsätzliche Theorie

Neubesatz -> keine Futterpause -> Columnaris

stammt ja nicht von mir. Die wird ja von einigen vertreten und unter anderem in dem verlinkten MK Blog beschrieben.


Kawarigoi schrieb:
Hallo Chris72,

welche Maßnahmen hast du dann unternommen?
Ich finde es immer schwierig und auch gefährlich in einem Forum Behandlungsmethoden zu beschreiben. Da wird dann von B die Methode von A bei ähnlichen Symptomen einfach übernommen.

Ich hatte bei meinem ersten Fall Maarten Lammens (De Koi Doktor) am Teich. Obwohl er sicher zu den erfahrenen Koi Ärzten zählt, konnte er das Problem auch nicht direkt sicher eingrenzen.

Ich habe mich mit ihm länger unterhalten und er hat auch einen Virus nicht ausgeschlossen. Er sprach von Viren (nicht KHV oder CEV) die aber bisher nicht weiter bekannt bzw. eingegrenzt sind.

Chloramin T (Halamid) ist sicher das meist eingesetzte Mittel in diesen Fällen und wird auch von Frau Dr. Lechleiter in diesen Fällen eingesetzt https://www.youtube.com/watch?v=W8Q2TsveGt4

Antibiotika ist sicher auch eine Möglichkeit, wobei gerade das Flavobacterium columnaris gegen viele Antibiotika resistent ist. Es ist halt in der Fischzucht und bei den Zierfischen einer der größten Feinde.

Die Dosierungen beim Chloramin T sind extrem von den Wasserwerten abhängig. Daher ist es gefährlich einfach eine Dosierung zu übernehmen. Eine sinnvolle Dosierung bei PH8 kann bei PH7 tödlich sein.

Maarten Lammens hat zudem empfohlen die Wassertemperatur für einige Tage auf über 30 Grad zu erhöhen. Dafür muss man natürlich die Möglichkeit haben und die Sauerstoffwerte im Blick halten.
 

Fred S

Mitglied
Hm, würde vielleicht verschiedene Totesfälle von Tosai s erklären, wo man keine äußerlichen Anzeichen erkennt ??? und könnte oder müsste man da nicht an den Kiemen was feststellen ??? und wenn diese Bakterien durch hohen Eiweißgehalt begünstigt werden wäre da nicht ein Eiweißabschäumer zwingend nötig - keine Ahnung was meint Ihr, unabhängig jetzt mal von den schon genanten vorbeugenden Maßnahmen.
Gruß Fred
 
Hallo Chris72,
Chris72 schrieb:
Nachdem ich mich in der Vergangenheit immer dran gehalten habe, habe ich jetzt vor knapp zwei Wochen drei Koi zugesetzt und leider wieder nach einem Tag mit dem Füttern angefangen.
sind die Koi aus der Quarantäne gekommen?
Chris72 schrieb:
Das hat mich leider drei Ausfälle gekostet. Darunter einen Karashi, der in 8 Wochen von 33cm auf 50cm gewachsen war.
Demnach sind die Verluste im Altbestand aufgetreten?
Chris72 schrieb:
Alle drei Koi sind ohne Vorzeichen innerhalb von wenigen Stunden verstorben. Alle mit massiver Kiemennekrose.
Wie lange nach dem Neubesatz hat es gedauert bis die Verluste aufgetreten sind?
Chris72 schrieb:
Die Dosierungen beim Chloramin T sind extrem von den Wasserwerten abhängig. Daher ist es gefährlich einfach eine Dosierung zu übernehmen. Eine sinnvolle Dosierung bei PH8 kann bei PH7 tödlich sein.
Nicht kann, sie ist tödlich. Speziell wenn neben einem niedrigen pH auch noch eine niedrige GH vorliegt.
 
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