GH und KH viel zu niedrig

axelg

Mitglied
Hallo, ich bin neu im Forum und habe meinen Teich erst letztes Jahr mit einem Teichbauer und Koihändler gebaut.
Erst einmal ein paar Daten, dann zu meiner Frage.
Naturnaher Folien Teich, Flachwasserzone mit großen Natursteinen, gesamt 36.000 L
Vierkammerfilter 1000 L
Bepflanzter Filterteich ca. 4000 L, die Pflanzen sind in 4 Tonnen Japanischer Lava, als Abdeckung grober Kies.
Das System ist gepumpt, Tauchpumpe fördert das Wasser durch 2 UV- Lampen in den Filter, von da in den Klärteich und dann über einen 2m Wasserlauf zurück.
Besatz 11 Koi 13-18 cm, 3 Koi 30 cm.
Habe heute noch 10 Koi 13-18 cm gekauft, sind aber noch beim Händler in Quarantäne.
Ich habe leider nicht das beste Leitungswasser für denTeich.
GH 2
KH 3
PH 8,3
Teichwerte
GH 5
KH 3
PH 8,45
Alle anderen Werte Top. Habe mit Torf versucht zu regulieren, heute wieder raus genommen. Wasser ist nach wie vor klar, durch die Torfpellets halt dunkel geworden.
Nun zu meiner Frage.
Ich weiß das ich zu wenig Fische habe, Luftsprudler ist aus da ich der Meinung bin zu wenig CO2 im Wasser zu haben, daher habe ich heute die 10 gekauft. Mehr will ich nicht einsetzen, denn sie werden auch groß und das möchte ich beobachten und später keine mehr raus nehmen. Wie kann ich dauerhaft die GH und KH Werte erhöhen ohne den PH Wert noch höher zu treiben?
Es wäre Schön wenn jemand seine Erfahrung mit mir teilen würde.
Also dann nochmals Hallo an alle.
Grüße Axel
 

axelg

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Vielen Dank für die AntwortMikrobe. Diese Dinge sind mir bekannt, meine Frage zielte auf die Lösung des Problems und das nach Möglichkeit ohne Chemie
 

Hahn

Mitglied
Mein Leitungswasser hat auch nur KH4 und einen pH um die 8.
Hab es aufgegeben, hab aber auch noch nie Probleme mit der KH gehabt.
Mehr Fische haben auch nichts geändert bei mir.
Bei Fadenalgen gehen die pH-Werte auch immer nochmal hoch vor dem Sommer, die versuche ich zu vermeiden.
 

Fishfan

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Die Härtewerte zu erhöhen ohne dabei den PH Wert noch weiter zu erhöhen ist bei gleichbleibendem Besatz quasi unmöglich. Allerdings verstehe ich auch gar nicht warum du die Härte erhöhen willst. Grundsätzlich kommt es auf die KH an. Die GH ist nebensächlich. Ein KHwert von 3 ist zwar eher niedrig aber bei regelmäßiger Kontrolle und Wasserwechsel absolut ausreichend und es gibt eigentlich keinen Grund da was zu verändern.
 

Fishfan

Mitglied
Dann muss ich leider noch was zu deinem Teich sagen. Auch wenn es unerfreulich ist, aber bei den geschilderten Rahmenbedingungen hat dein Teichbauer und Koihändler leider offenbar wenig bis keine Ahnung wie man einen auf Dauer funktionierenden Koiteich halbwegs nach heutigem Stand baut. Das, was der da als angeblicher Fachmann abgeliefert hat, ist eine mittlere Katastrophe und schlichtweg skandalös! Klingt hart ist aber leider so. Kein Mensch der halbwegs vom Fach ist, baut so einen Koiteich.

Absolute Fehler die eigentlich seit Jahren bekannt sind:

1.Ohne Bodenabläufe mit Tauchpumpe! Das ist der allergrößte Fehler den man nur machen kann: Dadurch verstopfen andauernd die Ansaugkörbe der Pumpen. In einem bepflanzten Teich wegen der ganzen abgestorbenen Pflanzen nach spätestens 1-2 Jahren noch viel schneller. Dadurch sinkt die Pumpenleistung extrem. An die Pumpen kommt man extreme schlecht ran weil sie ja mitten im Teich versenkt sind. Gröberer Schmutz bleibt zwangsläufig im Teich und bildet Schlamm oder muss dauernd aufwendig abgefischt werden. Insgesamt zig Nachteile und für sich allein schon ein Debakel!

2. Bepflanzter Filterteich: Das wurde vor Jahren gern an Biotopteichen gebaut, verdreckt rasant und hat darum damals schon nicht mal an nem Biotop ohne Fische funktioniert. Das wird auch nie funktionieren und bei den Dreckmengen in nem Koiteich gleich 3 Mal nicht.

3. Flachbereich mit großen Steinen: Der ist sehr schlecht zu durchströmen und wird darum ebenfalls schnell verdrecken. Der Dreck führt auf Dauer zu trübem Wasser oder muss ebenfalls extrem aufwändig dauernd abgefischt werden

4.Bachlauf zurück in den Teich: Das kühlt das Wasser im Frühling und Herbst extrem aus und zwingt einen zusätzlich den Filter im Winter ganz auszuschalten.
Für Koi ist gerade dann jedes Grad Temperatur Gold wert.

5. Ich wette, dass bei dem Aufbau die tatsächlich Pumpenleistung viel zu gering ist weil vermutlich schon die Pumpen zu schwach sind und noch dazu alles mit viel zu dünnen Schläuchen verbunden wurde. Richtwert: ca. 1Mal die Stunde gesamter Teichinhalt umwälzen. Tatsächliche Pumpenleistung selbst bei angemessenem Schlauchdurchmesser ca. 1/2 der angegebenen Leistung. Sprich bei dir sollten es insgesamt ca. 72.000 Liter Pumpenleistung sein. Also 2 Pumpen a ca 35.000L die wiederum jeweils mind an einen 63mm Schlauch/Rohrleitung angeschlossen werden müssen, sonst verlieren sie extrem an Leistung...
Usw., usw., ...

Ich rate dir ganz dringend: Nimm schleunigst Abstand von diesem Pfuscher bevor du noch mehr Geld verschwendest und lass dich eindringlich von jemand unabhängigen mit Fachverstand beraten (z.b. Herr Jungnischke)
 
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axelg

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Danke für die Antworten. Die Härte möchte ich erhöhen, um die Mineralien für die Pflanzen und Fische aufrechterhalten zu können und vor allem als Puffer gegen zu hohe PH Schwankungen. Bei Biotaiga wird Bio Teich Balance angeboten. Laut deren Aussage soll sich damit der KH und PH selbständig anpassen. Für mich schwer zu glauben, hat damit jemand Erfahrung?
 

axelg

Mitglied
# Fishfan
  1. in der Lava bilden sich unendlich viele Bakterien die für die Wasseraufbereitung zuständig sind, daher wird dieser Teil sehr langsam durchströmt, das dies auch geschehen kann. Natürlich muß der auch mal gesäubert werden, außerdem steht davor der Biofilter. Und das es funktioniert, zeigen gleich 2 Koiteiche von Freunden die bereits genauso über 17 Jahre ohne Probleme laufen.
  2. mit den Steinen sind wir einer Meinung, da bin ich in der Testphase, versuche es mit einer Strömungspumpe zu vermeiden.
  3. Bachlauf und Filterteich werden bei kälteren Nächten (Plane) abgedeckt, selbst bei sehr kalten Nächten hatte ich Max. 2 Grad Temperaturunterschied. Abdeckung noch per Hand, dies übernimmt in Kürze die Technik. Im Winter wird der Filter abgestellt, hat super funktioniert. Wie das bei größeren und mehr Koi wird ist noch nicht ganz sicher. Innenhälterung oder, Klärteich und Bachlauf vom Filter trennen, Pumpe drosseln und nach oben hängen (das die verschiedenen Wasserschichten sich nicht vermischen, dies geht beim Bodenablauf nicht). Mein Vorteil, ich habe Lehmboden, der isoliert unwahrscheinlich, aber natürlich nicht auf Dauer (diesen Winter- Filter aus, Teich nicht abgedeckt, konstant 6 Grad). Das kuriose, der größte Teil der Koi (alles Japaner) sind um 0,5-1cm gewachsen, Futter finden Sie genug im Teich. Trotzdem völlig ungewöhnlich.
  4. Die Pumpenleistung ist bewußt so niedrig gewählt, es ist 63 mm Druckschlauch verbaut und ich arbeite im Moment mit 1 Pumpe, weil ich eine langsame Durchflussgeschwindigkeit (Filtermedien) erreichen will. Umwälzrate im Moment bei wirklichen 12000 l/h. Wenn die Koi größer werden, schalte ich eine 2. Pumpe mit einem separatem Vorfilter mit 1,5 mal/h Umwälzung zu. Ist jetzt aufgrund des absoluten Unterbesatzes nicht vorteilhaft. Die Filtermedien sollen sich langsam dem Bedarf anpassen. Ich habe einen kontinuierlichen Frischwasserzulauf von momentan 200l pro Tag. Der wird später oder nach Bedarf auf 300l erhöht. Dafür habe ich mir einen Gartenwasserzähler einbauen lassen. Werde auch eine Grundwasserprobe machen lassen um zu prüfen, ob dieses Wasser besser geeignet ist. Dann halt Brunnen bohren lassen.
Nun zum Koihändler: Den Teich habe ich selbst geplant, als Vorlage die 2 Top funktionierenden KoiTeiche vom Anfang. Selbstverständlich hat er mich inständig auf die Risiken und meinen Mehraufwand für die Zukunft hingewiesen, er hat alles andere als keine Ahnung (als Pfuscher hat man auch nicht über soviele Jahre solch einen Erfolg). Nach langen Gesprächen hat er sich dann einverstanden erklärt, mit mir dieses Projekt zu starten. Teichboden ist Konisch angelegt, an der tiefsten Stelle 2,20 m liegt die Saugpumpe. Ein Bodenablauf war aus Geländetechnischen Gründen nicht möglich. Abgestorbene Pflanzenreste aus dem Klärteich können nicht in den Teich gelangen. Der Schmutz von der Flachwasserzone soll über die Strömungspumpe weggespült werden. Laub gibt es bei mir nicht.
Ja, ich bin Anfänger und mache Fehler, genauso weiß ich der Aufgabe die ich mir gestellt habe. Ich bin auch sehr dankbar über die Mitteilung der Fehler aus Deiner Sicht. Man lernt immer dazu.
Was ich nicht verstehe, warum sollte ein sehr langsam durchströmter Klärteich von 25 Qm mit funktionierender Biologie nicht zum sauberen Wasser beitragen? Teichbetrieb ein Jahr, immer Glasklares Wasser, sehr überschaubare Fadenalgen. Durch den Blütenstaub ein wenig vermehrt, ein einziges mal abgefischt.
Mein derzeitig einziges Problem, wie bekomme ich den KH Wert nach oben um einen Puffer und Mineralien zu haben. Viele Menschen, viele Meinungen- so ist das nun mal...
Worauf der eine schwört- ist für den anderen die Katastrophe. Aber was funktioniert, muß nicht zwangsläufig falsch sein.
 

Dänu

Mitglied
"Ohne Bodenabläufe mit Tauchpumpe! Das ist der aller größte Fehler den man nur machen kann"

Dies ist doch eine Pauschalaussage die ich nicht so stehen lassen kann. Ich betreibe nun seit fast 10 Jahren ein gepumptes System. In meinem 13'000 Liter Teich mit Pflanzenzone funktioniert dies prima ohne Verstopfungen und ohne Schlamm. Möchte ich meinen Fischen am Grund etwas Material zum Gründeln offerieren, setze ich die Pumpe einfach etwas höher. In meinem Fall passt dieses System und funktioniert einwandfrei.

Gruss Dany:)
 

Dänu

Mitglied
"Worauf der eine schwört- ist für den anderen die Katastrophe. Aber was funktioniert, muß nicht zwangsläufig falsch sein."

Dieser Meinung bin ich auch.

Dany
 

Rascal23

Mitglied
Moin Axel und herzlich willkommen hier im Forum. :)

Wie und ob dein Teich so funktioniert wirst du erst in ein paar Jahren sehen, wenn deine Koi gewachsen sind
und dem entsprechend Futter brauchen.
Und 24 Koi auf 36 m³ sind für mich kein absoluter Unterbesatz. ;)
 

Fishfan

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"Ohne Bodenabläufe mit Tauchpumpe! Das ist der aller größte Fehler den man nur machen kann"

Dies ist doch eine Pauschalaussage die ich nicht so stehen lassen kann. Ich betreibe nun seit fast 10 Jahren ein gepumptes System. In meinem 13'000 Liter Teich mit Pflanzenzone funktioniert dies prima ohne Verstopfungen und ohne Schlamm. Möchte ich meinen Fischen am Grund etwas Material zum Gründeln offerieren, setze ich die Pumpe einfach etwas höher. In meinem Fall passt dieses System und funktioniert einwandfrei.

Gruss Dany:)
Es gibt sicher Ausnahmefälle in denen das relativ gut funktioniert. Nur bei mir und offenbar bei fast allen anderen hat das eben überhaupt nicht funktioniert. Nicht ohne Grund raten alle fachkundigen zu Bodenabläufen und es werden heutzutage 99% der professionellen Koiteiche mit Bodenabläufen gebaut...
 

Fishfan

Mitglied
@ axelg: wenn dein Teichbauer dir von dieser Bauweise auch eher abgeraten hat, nehm ich das mit dem Pfusch natürlich zurück.
Es ist etwas kompliziert alle Punkte zu diskutieren, allerdings hier noch ein paar Anmerkungen:
Das Problem am Klärteich mit Pflanzen in Lavagestein ist wie gesagt nicht, dass das prinzipiell keine gute Filterleistung hat. Ganz im Gegenteil, das ist theoretisch ein hervorragender Biofilter und funktioniert anfangs auch wunderbar. Aber leider eben nur anfangs. Denn praktisch setzt sich das sehr schnell mit Dreck zu. Dadurch wird ein Großteil des Filtervolumens nicht mehr richtig durchströmt und es kommt zur Kanalbildung. Leider findet dann bestenfalls in den nicht durchströmten Bereichen des Filters nur keine Abbauleistung mehr statt. Schlechtenfalls kommt es dort zur aneroben Faulprozessen. Dadurch, dass du das Wasser absichtlich langsam dort durchfließen lässt wird leider alles nur noch viel schneller mit Ablagerungen verstopfen, weil die schwache Stömung den Dreck schneller absetzen lässt. Und genau dann steht man regelmäßig vor dem Problem einen Klärteich säubern zu müssen, was ein riesiger bis fast unmöglicher Aufwand ist. Lässt man es verdreckt, verliert man einen großen Teil seiner biologischen Filterleistung und bekommt Nitritprobleme. Es ist übrigens so oder so ein Irrglaube, dass langsame Strömung die biologische Abbauleistung erhöht. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass in Kreislaufanlagen eine höhere Durchströmung eine deutlich bessere Abbauleistung bringt, weil die Bakterien erstens mehr Nährstoffe in der gleichen Zeit bekommen und zweitens eben das Risiko von Kanalbildung minimiert wird. Nicht umsonst werden Leistungsfähige Biofilter heute so gebaut, dass sich das Filtermaterial bewegt oder statisches Material zumindest sehr stark belüftet wird um eine optimale starke Anströmung zu bekommen und Kanalbildung zu verhindern. Solche Filter sind bei gleicher Größe um ein zigfaches leistungsfähiger.

Wenn sich jetzt schon herausstellt, dass es sehr aufwendig ist die Nachteile des Bachlauf und die Flachzone mit Steinen zu kompensieren, war meine Kritik ja gar nicht so falsch. Wenn man das wissentlich und freiwillig auf sich nimmt, ist es ja ok. Nur würde ich das nicht machen und darum eben auch nicht empfehlen.

Das war jetzt nicht alles, aber das wichtigste. Übrigens hab ich alle diese Fehler auch schon durch und spreche aus Erfahrung!
Es zeigt sich einfach, dass grundlegende Dinge im professionellen Koiteichbau und Filterung heutzutage zu 99% anders und effizienter gebaut werden, weil unzählige Leute genau die gleichen Erfahrung gemacht haben.

Gruß
 
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