Luftwärmepumpe für Koiteiche...

Bernd82

Mitglied
Hallo Leute,
an die, die an ihrem Koiteich ne Luftwärmepumpe haben ein paar Fragen...

1. Für welche Zeiträume eignen sich diese Dinge überhaupt
um nützlich zu sein ?
2. Was kann diese Pumpe im Koiteich leisten ? (spürbare verbesserung ?)
3. Wie ist es im Winter zu handhaben ?
4. Welches Modell wäre denn euer favorit für einen 28m³ Teich ?
5. Wie/Wo muß diese genau installiert werden ?
6. Was wird dazu noch alles benötigt ?

7. Würdet ihr überhaupt wieder eine Luftwärmepumpe euch zulegen,
oder eher nach ner alternative suchen ?

Ich weiß, viele Fragen...
Aber ich denke ihr könnt mir am besten eure Erfahrungen schildern...
:wink:
 
Hallo,

wollte Dich erstmal auf die Suchfunktion nach ähnlichen Threads verweisen. Tut aber nicht. Hatte das auch schon bei anderen Themen. Findest Du aber dann, wenn Du direkt unter den Themen Wärmepumpe und koi-live.de googelst.
Ich meine, dass eventuell "koiroli" da mal ein paar Versuche gemacht und dokumentiert hat.
 

Gummibaer

Mitglied
Hi Bernd

bei mir läuft eine Wärmepumpe von Oli Groß und bin sehr zufrieden damit.

https://www.grothermal.de/

zu 1 je nach dem ich könnte sie das ganze Jahr auch bei minus Graden nutzen aber dann hast halt schon einige Kosten, ich nutze sie im Frühjahr um meinen Teich auf Temperatur zu bekommen und im Sommer und Herbst sie auf ein gewisses Level zu halten. Im Winter nur wenn es extrem zu kalt werden sollte.

zu 2 Die Pumpe hält die Temperatur im Teich und fängt die Schwankungen ab, bzw im Frühjahr kann man den Bereich zwischen 8-12 grad schnell überwinden.

zu 3 Je nach dem wie du deinen Teichtemperatur einstellt läuft sie oder nicht.

zu 4-7 würde ich am besten mal den Fachhändler fragen
 

koiroli

Mitglied
Bernd82 schrieb:
Hallo Leute,
an die, die an ihrem Koiteich ne Luftwärmepumpe haben ein paar Fragen...

1. Für welche Zeiträume eignen sich diese Dinge überhaupt
um nützlich zu sein ?
2. Was kann diese Pumpe im Koiteich leisten ? (spürbare verbesserung ?)
3. Wie ist es im Winter zu handhaben ?
4. Welches Modell wäre denn euer favorit für einen 28m³ Teich ?
5. Wie/Wo muß diese genau installiert werden ?
6. Was wird dazu noch alles benötigt ?

7. Würdet ihr überhaupt wieder eine Luftwärmepumpe euch zulegen,
oder eher nach ner alternative suchen ?

Ich weiß, viele Fragen...
Aber ich denke ihr könnt mir am besten eure Erfahrungen schildern...
:wink:
Hallo Bernd,

zu 1) Frühjahr, Sommer und Herbst wenn man normale Poolwärmepumpen nimmt. Es gibt auch WP für Hausheizungen, die kann man dann auch vernünftig im Winter einsetzen, haben aber einen x-fachen Anschaffungspreis. Hier reden wir von einem 5stelligen Betrag.
2) den größten Vorteil sehe ich im Frühjahr und Herbst. Tag/Nachtschwankungen können sehr gut abgefangen werden und man kann auch eine Kaltfront mal überwinden. Dadurch entstehen je nach Strenge und Dauer der Kaltfront schon mal ganz ordentliche Kosten - aber die Koi danken es einem mit Gesundheit.
3) Im Winter müssen die meisten Poolwärmepumpen entleert werden, d.h. Wasser aus dem Gerät und den Rohrleitungen ablassen. Wärmepumpen die über einen externen Wärmetauscher verfügen können ganzjährig befüllt bleiben, da die Leitungen mit einer speziellen Flüssigkeit gefüllt sind. Ist dann ähnlich wie bei Solaranlagen.
4) Kommt drauf an, wie gut du deinen Teich isoliert hast, wie lange du deinen Teich abgedeckt lässt und was das kW Strom kostet. Aus heutiger Sicht würde ich zu einer Inverter WP tendieren. Wichtig ist ein etwas größeres Modell zu wählen um die Laufzeiten in die wärmeren Tagesstunden zu verlegen.
5) Da jede WP Geräusche macht (manche mehr manche weniger) sollte man a) auf den Aufstellungsort achten - also nicht unbedingt unter das Schlaffenster vom Nachbarn oder unter das Eigene. Man sollte auch daran denken das die WP die Wärme aus der Luft nimmt, und entsprechend abgekühlte Luft ausgeblasen wird. Das kann zur Eisbildung führen, die z.B. auf Gehwegen oder auch bei Pflanzen unerwünscht sein kann. b) Es gibt auch gewisse Mindestabstände die einzuhalten sind, damit die WP genug Luft bekommt.
6) Ich habe bei mir eine externe Steuerung verwendet, vorrausgesetzt die Luft WP hat einen Durchflusswächter. Dadurch kann ich die Tempatur des Teiches auf 0,2°C genau regeln. Es gibt auch WP die original auf 0,5°C genau regeln. Die meisten Pool WP haben aber eine Schalterhysterese von 1°C, dass heißt die Temperatur kann bis zu 2°C schwanken, ehe sich die WP einschaltet.
7) ich würde definitiv wieder zur WP greifen, wie schon geschrieben heute zu einer Inverter WP. Vorraussetzung dafür ist meiner Meinung nach aber, dass man "kalt" überwintert. Also zumindest in dem Monaten Dezember bis März den Teich abkühlen lässt. Wenn man im Winter auch 16°C halten möchte, kommt es a) auf die klimatischen Bedingungen an die man hat und b) auf das WP-Modell. Dann wären WP´s für Hausheizungen sicher wesentlich effektiver.

Wie bei jeder Art zu heizen ist der entscheidenste Punkt die Isolierung des Teiches, insbesondere die Abdeckung. Ansonsten kommt eine Luft WP schnell an ihre Grenzen. Gerade kalter Wind kann den Teich in extrem kurzer Zeit stark abkühlen. Hier hilft eine einfache Zeltabdeckung oder andere Abdeckung um dem entgegenzuwirken.

lg
Roland
 

Bernd82

Mitglied
Danke dir Roland,
ich habe deine Blog´s drüber gerade angeschaut... :lol:

Danke auch für deinen ausführlichen Bericht !!! :thumleft: :thumleft: :thumleft:


Wieviel Unterhaltskosten erzeugt solch eine Pumpe ?
Stromverbrauch im Schnitt ?
 

Hoshy

Mitglied
Odenwald-Teich schrieb:
Hallo,

wollte Dich erstmal auf die Suchfunktion nach ähnlichen Threads verweisen. Tut aber nicht. Hatte das auch schon bei anderen Themen. Findest Du aber dann, wenn Du direkt unter den Themen Wärmepumpe und koi-live.de googelst.
Ich meine, dass eventuell "koiroli" da mal ein paar Versuche gemacht und dokumentiert hat.
Moin
Benutz diese,dann funzt es:
http://www.koi-live.de/search.php
 

koiroli

Mitglied
Bernd82 schrieb:
Wieviel Unterhaltskosten erzeugt solch eine Pumpe ?
Stromverbrauch im Schnitt ?
Das kann man im Vorhinein nicht wirklich sagen.
Du kannst dir zwar deinen Mindestenergieaufwand berechnen, wenn man vereinfacht sagt dass du 1kW thermische Energie brauchst um 1000Liter Wasser um 1 Grad Celsius zu erwärmen.
Nehmen wir jetzt zum Beispiel eine gute Wärmepumpe mit einem COP Wert von 8,0 - dann heißt das, dass du aus 1kW elektrischer Energie 8kW Wärmeenergie bekommst. Damit könntest du jetzt also entweder deine 1000Liter um 8°C erwärmen oder eben 8000Liter Wasser um 1°C.
Da wir aber immer Verluste haben, wird die Rechnung so niemals aufgehen. Temperaturschwankungen der Luft führen zu Leistungschwankungen der Luftwärmepumpe. Je besser dein Teich isoliert ist, umso geringer ist der Wärmeverlust, umso weniger Energie musst du reinstecken um eine gewünschte Temperatur zu halten. Gleiches gilt für den Temperaturunterschied von Wasser zur Umwelt. Es ist wesentlich einfacher und günstiger ein 23°C warmes Wasser bei 20°C Lufttempertur zu halten, als wie wenn du die 23°C Wassertemperatur bei 10°C Umgebungslufttemperatur halten willst.
Am ehesten wirst du hier zu einer Antwort kommen, wenn du einen vergleichbaren Teich findest der mit Luftwärmepumpe beheizt wird. Das könntest du dann auf alle Fälle als Richtwert annehmen.

lg
Roland
 

Gotti

Mitglied
Warum denkst du über eine Luftwärmepumpe nach, willst du sparen oder aus ideollogischer Sicht? Ich habe selbst eine Dimplex Wärmepumpe im Haus so dass die Teichheizung über sie laufen kann oder aber mit der Ölheizung betrieben werden kann, sozusagen bivalent. Eine sehr gute Luftwärmepumpe ist gut geeignet um in den Monaten März bis November einen Teich auf Temperatur zu halten. Meine funktioniert bis -20 Grad Außentemperatur, aber da kann man gleich mit Heizstab heizen. Ihre Nennleistung hat meine bei +4 Grad, je wärmer die Luft umso mehr Leistung kommt aus dem Gerät. Wenn du daran denkst deinen Teich damit das ganze Jahr zu beheizen, dann stell dich auf eine sehr sehr sehr hohe Stromrechnung ein. Strom ist aktuell einfach zu teuer dafür, ich heize mit Öl wenn es sein muss, oder das Öl ist zu billig...Die Investitionskosten für einen Anschluss der Teichheizung an das Haus sind überschaubar und die Regelung ist einfach. Meiner Meinung und Erfahrung nach ist eine Wärmepumpe am Teich nur geeignet um Temperaturschwankungen in den Sommermonaten auszugleichen. Das kann sie sicherlich sehr gut und wirtschaftlich. Alles andere ist aktuell Schönrechnerei.
 

Molch

Mitglied
Gotti schrieb:
Meiner Meinung und Erfahrung nach ist eine Wärmepumpe am Teich nur geeignet um Temperaturschwankungen in den Sommermonaten auszugleichen. Das kann sie sicherlich sehr gut und wirtschaftlich. Alles andere ist aktuell Schönrechnerei.
:thumright:
 

Bernd82

Mitglied
Danke dir Gotti,
das iss nun mal eine ehrliche Aussage... :thumright:

Ich denke, dass ich bei meinem Holzofen bleiben werde wenn ich sehe, dass ich 28KW verballere um meinen Teich um nur 1°C zu erwärmen... :shock:

Da kan ich meinen Holzofen incl. Holz lange laufen lassen 8)
 

Gummibaer

Mitglied
Hi

also das mit den 28kw für ein Grad kann ich mir vorstellen (außer im Winter bei kalten Temperaturen von 5Grad) und auch die sehr sehr hohe Stromrechnung, gut hoch ist wieder relativ.
Meine Wp habe ich dieses Jahr ab ende Februar am laufen, haben den Temperaturbereich von 8 auf 12 bzw von 12 auf 16 Grad mit jeweils +/- 60KW innerhalb einer Woche gesteigert und danach gehalten.
Im Sommer wenn ich ich den die Temperatur halten will bzw um ein zwei Grad erwärmen kommt es drauf an wie Warm es ist wenn es um die 20 Grad warm ist und der Verdichter mit läuft sind es etwa 4-6kw (bei einen Verbrauch von 2,5KW/h) und wenn es wärmer ist, ist meine Wp so eingestellt das der Verdichter garnicht läuft sonder die WP nur im "Standgas" läuft, dauert natürlich dann länger weil der Vorlauf nur etwa 28-30 Grad hat, ansonsten ca 40Grad, aber dafür verbraucht sie auch nur 0,2-0,5 KW/h.
Wenn es möglich ist lasse ich sie auch nur Tagsüber laufen wenn Strom vom Dach kommt, somit hält sich es in Grenzen.
Mein Gesamtverbrauch für die WP von Februar bis jetzt liegt bei 960KW.

Wenn du möchtest kann ich dir auch mal ein paar Bilder per Pn schicken

Gruß Matthias
 

Gotti

Mitglied
Kommt immer darauf an welche Anforderungen an die Teichheizung gestellt wird. Ein COP von 8 erreicht das Gerät nur bei optimaler Temperatur, da ist meine Dimplex im Sommer sogar noch besser. Bei knapp über 0 Grad liege ich aber nur noch bei 3,1.

Da rechne ich gleich mal nach. Grob gerechnet brauche ich 28 KW Leistung um 28000 Liter um 1 Grad zu erwärmen. Bei winterlicher/herbstlicher Temperatur rechne ich mit COP 3,1, d.h. 28:3,1=9,032 KW die ich in meine Wärmepumpe stecken muss. 1 KW/h kostet bei mir über 0,25€. 9,032x0,25€=2,26€

Das gleiche mit Heizöl

28 KW:10,6 KW/Liter Heizöl=2,64 Liter Öl x z.b. 0,70 Cent=1,84€

Das bedeutet die Wärmepumpe machts erst besser bei einem Heizölpreis von 0,86€ oder bei höherer Lufttemperatur. Viele bezahlen auch schon mehr als 25 Cent für ihren Strom. Deshalb ist vorher mal nachrechnen schon wichtig, auch weil Schwimmbadwärmepumpen oft deutlich schlechtere Werte bringen als Hausheizungswärmepumpen. Genauso wie in der Wohnung hat auch jeder ein anderes Wärmebedürfnis im Teich.
 

Gummibaer

Mitglied
Da ich nicht soviel für meinen Strom zahlen muss und wir uns auch nach dem Wetter richten sieht es bei uns nicht ganz so "schlimm"
Der Anschluß an die Heizung wäre mir, bei uns, der Aufwand zu groß geworden.

Aber wenn es bei manchen so besser ist warum nicht.
 

koiroli

Mitglied
Gotti schrieb:
Ein COP von 8 erreicht das Gerät nur bei optimaler Temperatur, da ist meine Dimplex im Sommer sogar noch besser. Bei knapp über 0 Grad liege ich aber nur noch bei 3,1.
Diese Aussage wiederlegt aber die Aussage, dass man dann gleich mit einer Elektroheizung im Winter heizen kann. Denn bei einem COP von 3,1 habe ich immer noch nur 1/3 Stromverbrauch für die gleiche Leistung wie mit einem Heizstab. Nur mal so am Rande zum nachdenken.

Allerdings bin ich auch der Meinung, dass im Winter eine Luftwärmepumpe nicht die billigste Lösung ist. Aber von März bis September kenne ich nur wenig günstigere Systeme, die einerseits autark laufen - also ohne das immer wer sich z.b. ums Brennholz kümmern muss, oder wenn vielleicht jemand ohnehin eine Zentralheizung hat, die z.b. über Erdwärme läuft.

lg
Roland
 
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