Viele Parallelen zum Winter 2010

Es stimmt aber schon, dass in den sozialen Medien deutlich mehr Aufrufe geschatet sind als in den letzten Jahren. Entweder selbst gepostete Bilder von toten oder halbtoten Koi oder auch von Tierärzten, Bloggern usw.
Obwohl ich bei FB nur selten schaue, habe ich viele Posts mit toten Tieren gesehen.

Anscheind überleben fast überall Koi kurze Kälteperioden, auch wenn die Temperaturen "gefährlich" niedrig sind, aber dieses Jahr hatten wir halt zum ersten Mal seit zig Jahren eine Kälteperiode über mehrere Wochen, in der die Teiche extrem lange zugefroren waren. Und selbst nach dem Frost hat es lange gedauert, bis die Eisdecke weggeschmolzen ist.
 
Genauso ist es. Diese sehr lange Kältephase hat die Fische extrem geschwächt. Ich komme momentan an etliche Teiche, die noch nie vorher Probleme im Winter hatten. Vernünftig gepflegt, nicht zu gefroren, aber auch nicht abgedeckt oder geheizt. Ich höre von Temperaturen am Boden von teilweise unter 2 °C. Gestern berichtete einer von knapp 1 °C. In diesem Teichen sind es dann einzelne Tiere, die es dann erwischt. Oft Schlaganfall oder schwäche Parasiten. Manchmal einfach nur eine sehr tiefe Erschöpfung. Die meisten betroffenen Koi sind größere, schon etwas ältere oder recht junge Tiere. Aber auch das liegt in der Natur der Sache.
 
Und ja, ich prangere an, das da, wo es nicht ausgereicht hat alles wie immer zu tun, und es zu kalt wurde, nur abgewartet und auf Glück gesetzt hat ohne gegen zu steuern. Das weder Temperatur noch Wasserwerte kontrolliert wurden.
Ich hatte gestern mal wieder einen Gedankenaustausch mit einer Koiärztin. Eine "kuriose" Aussage von ihr hat mich fast umgehauen.
Zitat: Auffällig ist, solange es kalt und/oder regnerisch ist steht mein Telefon still. Erst wenn ein paar Tage schönes Wetter ist kann ich mich vor Anrufen nicht mehr retten. Dann wollen die Anrufer sofort einen Termin.
 
Das ist bei mir und bei allen anderen sicherlich genau das gleiche. Ich hatte im Februar und März in den letzten neun Jahren nicht so viele Termine wie in diesem Jahr. Und eigentlich ist es überwiegend das gleiche. Costia, Chilodonella, erfrorene Kiemen, Frostschäden auf der Haut, Erschöpfungs Zustände. Ich hatte noch nicht einen klassischen EMS.
Solange die Fische still am Boden lagen, sind all diese Probleme nicht aufgefallen. Außer der Fisch ist auf die Seite gekippt. Jetzt, wo die Tiere anfangen, aktiv zu werden und der ein oder andere auf die Idee kommt, etwas Futter und frisches Wasser zu geben, oder die alljährliche Teichreinigung stattfinden soll, dann fallen diese Probleme „plötzlich“ auf.
Der Fairness halber muss man sagen, dass in vielen Teichen die Fische ihre schwäche Zustände vom Dauerfrost lange kompensieren konnten.
Und jetzt kommt noch mal wieder Frost!
 
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