Koi und Goldfische können an Unterkühlung leiden. Eine Unterkühlung tritt ein, wenn die Körperkerntemperatur so stark absinkt, dass normale Körperfunktionen nicht mehr aufrecht erhalten werden können.
Bei Koi hängt diese Temperatur die zu Unterkühlung führen kann im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: davon, wie kalt das Wasser wird, und davon, wie schnell das Wasser abkühlt. Koi sind wechselwarm, was bedeutet, dass ihre Körpertemperatur im Wesentlichen der Wassertemperatur entspricht. Aus diesem Grund sind Koi nicht in der Lage, ihre Körpertemperatur zu regulieren. Wenn die Wassertemperatur sinkt, sinkt auch die
Körpertemperatur der Koi, was sich auf das Immunsystem und die Physiologie der Koi auswirkt. Es ist also leicht nachvollziehbar, warum die Wassertemperatur in einem Koiteich so ein entscheidender Faktor ist.
Unterkühlung kann zum Problem werden, wenn die Wassertemperatur im Teich unter 4°C fällt, und wird zu einem echten Problem, wenn sie unter 2°C fällt.
Eigentlich sind alle Koi im Teich anfällig für Unterkühlung, doch kommen die meisten Koi unter normalen Temperaturbedingungen gut zurecht; es gibt jedoch einige Koi, die mit der Kälte einfach überfordert sind. Erste Anzeichen für eine Unterkühlung bei Fischen sind ein Farbverlust, gefolgt von schneller Atmung bzw. Kiemenbewegung. Zudem kann es zu unkoordiniertem Schwimmverhalten kommen, das den Anschein erweckt, als sei der Koi desorientiert.
Die Folgen einer Unterkühlung können zu Sauerstoffmangel führen, was im Grunde bedeutet, dass der Koi unter Sauerstoffmangel leidet. Zwar ist es richtig, dass kaltes Wasser naturgemäß mehr Sauerstoff binden kann, doch da der Stoffwechsel des Koi so langsam ist, kann er den Sauerstoff nicht ausreichend aufnehmen und leidet unter den Folgen des Sauerstoffmangels.
Eine Unterkühlung kann dann zu einer Anämie führen, welche den Koi in eine ernste Lage bringen kann. Bei einer Anämie reduzieren sich die roten Blutkörperchen oder der Hämoglobingehalt im Blut was zu einem Sauerstoffmangel im Gewebe führen kann. Um den Zustand der Unterkühlung zu beenden, muss der Koi in ein Becken mit Teichwasser gebracht werden, das langsam erwärmt werden kann.
Eines der häufigsten Probleme, das man in einem zu kühlen Teich beobachten kann, ist eine Anschwellung des Koi, einschließlich hervortretender Augen und aufgestellter Schuppen. Normalerweise werden diese Symptome mit einer Wassersucht in Verbindung gebracht, dem klinischen Erscheinungsbild einer Flüssigkeitsansammlung in der Körperhöhle. Bei einer Wassersucht ist es meist eine bakterielle oder virale Infektion oder ein Parasitenbefall eines der inneren Organe, der den Körper des Fisches dazu veranlasst, mit einer erhöhten Flüssigkeitsproduktion zu reagieren.
Es gibt jedoch noch eine weitere Ursache für das Anschwellen, die zwar die gleichen Symptome hervorruft, aber ein weitaus harmloseres Problem darstellt. Wie oben beschrieben, verlangsamt sich der Stoffwechsel der Koi erheblich, wenn die Wassertemperatur sinkt, und eine der Folgen dieses Prozesses ist eine Beeinträchtigung des osmotischen Regulationssystems. Sobald das osmotische Regulationssystem aus dem Gleichgewicht gerät, verliert der Fisch eine wirksame Möglichkeit, seine Körperflüssigkeiten zu regulieren, was zu einer übermäßigen Ansammlung von Körperflüssigkeiten führt. So kommt es zu dem klassischen Blähbauch. Dieses tritt häufig in Teichen auf, in denen die Wassertemperaturen im kälteren Bereich (4-10°C) stark schwanken oder in jenem Temperaturbereich, in dem die Koi in Winterruhe fallen und wieder daraus erwachen.
Ein solcher Koi muss separiert werden in Teichwasser und die Temperatur sollte langsam auf über 15°C erhöht werden. Zur Unterstützung stellt man den Salzgehalt auf 0,3% ein. Sieht man nach 48 Stunden keine Besserung erhöht man den Salzgehalt stufenweise bis 0,6%.