60% der Bestände KHV-verseucht

Hi Armin,

was bringt die Panikmache?

Welche Teiche? Goldfischteiche?

Strudien zu den Karpfenteichen gibt es ja zu genüge, aber die haben nichts mit unseren Pfützen zu tun.
 
Hi,

es geht hier um Karpfenteiche und natürlich Gewässer, die sind wichtiger als unsere Koitümpel :roll:

Es gibt auch Vermutungen, dass die Koibestände in den Teichen zu großen Teilen durchseucht sind, es aber nicht immer zum Ausbruch kommt. :wink:

Gruß Armin
 
hi

razor72 schrieb:
Na dann kann man ja beruhigt Israelis kaufen.Wenn es doch eh fast egal ist.

oder algenplöderer nehmen--da ist zinkoxied drinn und das kann der virus nicht ab :lol: :lol: :lol:

ist natürlich nicht ernst gemeint--aber da hier ja gerade das plöderer so ein thema ist :wink: :wink:

meine fische stehen jetzt schon auf 1,60 tiefe die werden immer schwerer :lol:
 
naja so lustig ist das thema nicht!!! lebe ja in einer region wo die karpfenzucht her kommt und zur zeit kommt eine meldung nach der andern wo ein gewässer mit khv verseucht ist und das sind nicht nur abgeschlossene gewässer, sprich ein teil geht immer in die anliegenden flüsse usw.

oder anders, mein koidoc(habe z.z. mächtig probelme mit einem fisch) kommt die letze zeit ab und an mal vorbei und da kommt es den öftern mal vor das sie mich anruft und sagt sie hätte gerade den verdacht auf khv(sie betreuht auch die fischzuchtanlagen hier) und somit wird der termin logischerweise auf den nächsten tag verschoben

mfg steffen, der sich seine gewässer zum angeln genau aussucht(nicht das man mal was nachhaus bringt), habe ja auch eine gute auswahl :D
 
Man kann nicht mehr machen als Bestand auf KHV testen.

Böse Zungen behaupten, dass 90% der Fische in unseren Teichen, schon mal mit KHV in Berührung gekommen sind. Wie gessagt, böse Zungen...
 
Böse Zungen behaupten, dass 90% der Fische in unseren Teichen, schon mal mit KHV in Berührung gekommen sind. Wie gessagt, böse Zungen...

So böse Zungen sind das gar nicht.

Es ist sehr wahrscheinlich, daß KHV eine hohe Durchseuchung aufweist.

Die Latenz ist mittlerweile nachgewiesen:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21185329

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19500210


Ich glaube auch nicht, daß der Erreger so neu ist. Besonders mutationsfreudig sind Herpesviren eigentlich nicht. Neu ist wahrscheinlich nur, daß man das Virus in den 90ern gefunden hat. Früher starben die Fische halt an was "Bakteriellem".

In 90% der japanischen Flüsse findet man KHV:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21723573

Mehr als die Hälfte aller Karpfen hatte in Bayern Kontakt zu KHV:

http://www.lfl.bayern.de/ifi/aquakultur/37443/index.php

Eigentlich eine gute Nachricht. Das Virus benimmt sich anscheinend wenigstens wie ein ordentlicher Herpesvirus und die Keulerei kann man sich womöglich sparen, weil man es eh nicht vermeiden kann.

Das bedeutet aber auch: Israelische Koi sind nicht geimpft, sondern einfach nur infiziert... das sind aber japanische wahrscheinlich auch. Man kann wahrlich schlecht jeden Fisch vor dem Verkauf zerlegen um eine PCR zu machen.

Welches Land nun "Verursacher" der Ausbreitung ist, sei mal dahin gestellt. Meiner Meinung nach kann auch nicht sagen, die Ausbrüche hätten zugenommen. Dank verbesserter Kommunikation und verstärker Sensibilisierung nimmt bei solchen Dingen ganz häufig lediglich das Reporting zu.



Grüße,

Tanja
 
Zur Virushülle:

http://de.wikipedia.org/wiki/Virush%C3%BClle



KHV lebt versteckt:

J Virol. 2011 Mar 9. [Epub ahead of print]
Investigation of koi herpesvirus (KHV) latency in koi.

Eide KE, Miller-Morgan T, Heidel JR, Kent ML, Bildfell RJ, Lapatra S, Watson G, Jin L.

Department of Biomedical Sciences, College of Veterinary Medicine, Oregon State University, Corvallis, OR 97331; Department of Microbiology, College of Science, Oregon State University, Corvallis, OR 97331; Oregon Sea Grant Extension, Oregon State University, Corvallis, OR 97331; Research Division, Clear Springs Foods, Inc, Buhl, ID 83316.
Abstract

Koi Herpes Virus (KHV) has recently been classified as a member of the family of Alloherpesviridae within the order of Herpesvirales. One of the unique features of Herpesviridae is latent infection following a primary infection. However, KHV latency has not been recognized. To determine if latency occurs in clinically normal fish from facilities with a history of KHV infection or exposure, the presence of the KHV genome was investigated in healthy koi by PCR and Southern blot. KHV DNA, but not infectious virus or mRNAs from lytic infection, was detected in white blood cells from investigated koi. Virus shedding was examined via tissue culture and RT-PCR testing of gill mucus and feces from six koi every other day for one month. No infectious virus or KHV DNA was detected in fecal secretion or gill swabs, suggesting neither acute nor persistent infection was present. To determine if KHV latent infections can be reactivated, six koi were subjected to a temperature stress regime. KHV DNA and infectious virus were detected in both gill and fecal swabs by day 8 post-temperature stress. KHV DNA was also detectable in brain, spleen, gills, heart, eye, intestine, kidney, liver, and pancreas in euthanized koi one month post temperature stress. Our study suggests KHV may become latent in leukocytes and other tissues, can be reactivated from latency by temperature stress, and may be more widespread in the koi population than previously suspected.

PMID: 21389134 [PubMed - as supplied by publisher]

Kurze Zusammenfassung auf deutsch:

Es wurden Fische aus Teichen mit KHV-Vorgeschichte genommen. Weder im Kiemenabstrich, noch in den Ausscheidungen konnte KHV nachgewiesen werden. Aber in den weißen Blutkörperchen.

Die Fische wurden unter Temperaturstress gesetzt. Und KHV wurde plötzlich wieder lebendig. War nun auch nachweisbar in den Kiemenabstrichen und in den Ausscheidungen (Abgabe an die Umgebung).


Die Forschergruppe geht davon aus, daß dieses Virus in weißen Blutkörperchen und anderen Geweben sitzt, daß es durch Temperaturstress reaktiviert werden kann, und daß es weiter verbreitet ist, als man bisher annahm.

Wenn man die Zeitbomben in Teichen entschärfen will, muß man also allen Fischen Blut abnehmen und eine PCR der weißen Blutkörperchen machen. Klingt ziemlich utopisch. Die Masse des Umsatzes wird wohl mit Jungfischen gemacht. Wenn man denen Blut abnimmt, sind sie bleich und tot. Das gilt für die Karpfenfischzuchten genau so. Wer setzt schon ausgewachsene Karpfen in Teiche?

Wahrscheinlich haben also sehr viele Koihalter Zeitbomben im Teich und werden auch weiterhin welche zukaufen.

Die Aussage "Koi-Herpesvirus bedroht Karpfenbestände" in der Greenpeace-Meldung, kann man so nicht aussprechen. Schon gar nicht, wenn 60% der Teiche infiziert sind, aber offenbar nur ein kleiner Teil hoch geht. Es bedroht vielleicht wirtschaftliche Interessen, wenn einem plötzlich die Tiere sterben, die man eigentlich verkaufen wollte. Den Karpfen als Art bedroht es wohl eher nicht.
 
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