Herbstcheck

keule07

Mitglied
Eine tägliche Kontrolle unserer Kleinen und eine regelmäßige Kontrolle der Wasserparameter (in welchem Abstand auch immer) gehört einfach zu diesem Hobby... alles andere wäre in meinen Augen für unsere Koi‘s fahrlässig und unverantwortlich.

Grüße
Micha
 

koibiene

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Habe meine Koi auch täglich im Auge. Wenn mir etwas nicht geheuer vorkommt, lade ich den Händler meines Vertrauens auf einen Kaffee ein. Dann haben wir schon mit 4 Augen drauf geschaut. Falls erforderlich kommt Rob Heymans, wenn es in seine Tour passt. Kosten sind dann erträglich.

Durch regelmäßige Wasserwechsel, meiner Meinung nach gutes Futter und normalen Besatz bisher aber wenig Probleme gehabt.

Checks immer nur dann, wenn das Verhalten der Koi dazu Anlass gibt.

Aktuell haben die Fischies bei 12° Wassertemperatur noch guten Appetit.
Sicher kein schlechtes Zeichen.

Schönen Sonntag

Gruß vom Niederrhein

René
 

Dänu

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Hallo

Wann ist ein Herbstcheck sinnvoll oder nicht finde ich ein spannendes Thema.

Unten sind vier Beispiele mit Auffälligkeiten von Koi aus meinem Teich eingestellt. Alle abgebildeten Fische zeigten diese Veränderungen im Herbst.

Ein Fall für den KoiDoc?


Gruss Dany
 

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austriacarp

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Einen Parasiten Abstrich solltest da auf jeden Fall machen und wenn du die Fische schon rausgefangen hast dann würde ich die 2 auf den letzten Bildern mit Wasserstoffperoxyd und Propolis behandeln.
 

Dänu

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Hallo

Ich habe vier Fotos eingestellt mit einer Frage und ein einziger User hat geschrieben wie er handeln würde. Wären die Rückmeldungen auch so bescheiden ausgefallen wenn ich mich als Neuling im Hobby geoutet hätte? ……………………………….Ja ja, darüber müssen wir aber jetzt nicht debattieren.


Nach meinen gemachten Erfahrungen kann ich berichten, dass Verletzungen nicht zwingend in ein bakterielles Desaster ausarten müssen und die Heilung auch bei Wintertemperaturen, wenn auch etwas langsamer, einen guten Verlauf nimmt. Das gleiche erlebten meine Fische mit wahrscheinlich parasitären Reizungen der Haut. Keschern und Mikroskopieren tue ich erst wenn sich etwas zunehmend verschlimmern sollte.

KoiDoc’s oder auch verschiedene Händler weisen ein interessantes Kursangebot auf, dass man als Halter nutzen sollte. Ich habe mehrere solche Kurse bei verschiedenen Doc’s besucht und darum habe ich Koi Nr. 2 rausgeholt um mir ein besseres Bild der Schwanzflosse zu machen.

Unten habe ich anhand meiner Protokolle oder Krankenblätter den Verlauf der Hautveränderungen und Verletzungen dieser vier Koi eingestellt.



Koi Nr. 1

Im Frühjahr und Herbst spüle ich immer die Pflanzenzonen im Teich aus, worauf sich das Wasser im Moment stark eintrübt. Dieser Koi zeigt danach immer diese Rötungen. Die Arbeiten an der Fischhaut durch die ausgeschwemmten Parasiten und Bakterien, sind nach vier Tagen jeweils wieder eingestellt und die Rötungen verschwunden. Dieser Ablauf wiederholt sich Jahr für Jahr und gibt mir nicht gross zu denken. Mit dem Bewusstsein dass sich mit diesen Spülungen ein Erreger freisetzen könnte, erfährt der gesamte Fischbestand in dieser Zeit jedoch besonders Aufmerksamkeit.


Koi Nr. 2

Der Koi zeigte Ende Oktober 2014 nach einem massiven Temperatursturz, eine weissliche Verfärbung an der Schwanzflosse mit leicht gefranster Randzone. Die Flosse war zudem weitgehend gerötet. Dies machte mir Sorgen und ich dachte an den Beginn einer Flossenfäule. Ich recherchierte und las auch Beiträge in Foren. Der Zustand verschlechterte sich über den Winter nicht und blieb auch über den Sommer so bestehen. Im September 2015 entzündete sich die weisse Stelle und es bildete sich so eine Art Wucherung oder Geschwür. Darauf kescherte ich den Fisch und bemerkte in der Untersuchungswanne, dass sich dieser „Knubbel“ nur auf einer Seite der Schwanzflosse befand, also nicht durchgehend. Irgendwie beruhigte mich dies, weil es nur oberflächlich war.

Der Koi wurde betäubt und ich versuchte diese Wucherung mit einem Skalpell weg zu schaben. Da dieses Ding mit der Flosse doch verwachsen schien, wurde es eher ein Wegkratzen. Die bearbeitete Fläche desinfizierte ich mit Wasserstoffperoxid 3% ig. Anschliessend wurde der Koi ohne Wundverschluss wieder gewassert. Die Wunde heilte darauf innert zwei Wochen bei einer Wassertemperatur von 15°C vollständig aus.

Oktober 2016 wieder diese weisse Stellen am gleichen Ort positioniert, geschmückt mit einer deutlichen Pocke. Verschwand über den Winter bis sich die Schwanzflosse im April 2017 wieder mit einem seltsamen, unregelmässig geformten und durchbluteten „Dingsda“ präsentierte (siehe Bild unten).

Also……..das hedmi ächt agschesse! Nach etwas Bedenkzeit und bevor ich reagieren konnte war dieses Geschwür oder was auch immer, wieder verschwunden??!! Irgendwo habe ich dann in einem Bericht eines KoiDoc gelesen, dass Karpfenpocken auch unregelmässige - und gerunzelte Formen aufweisen können.

Geschwürähnliche Gebilde blieben seither aus und dieser Koi zeigt nun regelmässig den Herbst und Frühling mit klassischem Pockenwachstum, an beschriebener Stelle an.


Koi Nr.3

Im Spätherbst 2010 wies dieser Koi eine tiefe Wunde am Kopf auf. Kleine Bisse oder Stiche von Parasiten können die Eintrittspforte von unerwünschten Bakterien sein. So ist es zu lesen und davor wird ja auch gewarnt. Als ich diesen Krater sah, war für mich dazumal das Ende dieses Fisches besiegelt. „Das geht nicht anders und dieser Koi muss nun von Bakterien zerfressen werden.“

Drei Tage später bemerkte ich ein weisses Häutchen das sich anfing langsam über die Wunde zu legen. Ich interpretierte dies als gutes Zeichen und so sollte es auch sein. Ausser beobachten und protokolieren unternahm ich nichts. Im Frühjahr 2012 war das Loch komplett verheilt und von diesem Geschehen war nichts mehr zu erkennen.


Koi Nr. 4

Im Dezember 2013 bemerkte ich an diesem Fisch eine wolkenähnliche und weisse Veränderung am Körper, mit der Entwicklung eines roten Zentrums. Ausser beobachten habe ich nichts unternommen.
Gut möglich dass es sich hier um etwas Parasitäres handelte. Jedenfalls hat sich die Haut dieses Fisches über den Winter wieder normalisiert.


Gruss Dany :)
 

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Dänu

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Hallo

Der Threadopener stellte die Frage, ob der Herbstcheck durch einen TA auch gemacht wird. Ich antwortete mit nein und zählte Gründe auf warum nicht. Meine Antworten basieren auf meinen Erfahrungen die ich an meinem Teich mache.

Als ich mich entschieden habe dieses Hobby aus zu üben wurde ich das erste Mal stutzig, als mir der Händler nach meinem Wunsch die beiden Filtoclear verkaufte. Er bemerkte dass diese Technik mit Koibesatz innert Kürze nicht mehr funktionieren würde. Als Technikbanause bestand ich aber in der Startphase auf dieses einfache Filtrations-System, denn die Fische selber sollten ja anspruchsvoll genug sein. Für die Erstbesetzung meines Teiches wollte mir dieser Fachmann gleichzeitig 20 Koi verkaufen. In Anbetracht der ungünstigen Technik und des Wachstumspotential dieser Fische eine äusserst fragwürdige Tat.

Da stellte ich das erste Mal fest dass hier ja auch ein Geschäft mitspielte, dass ich meine Erfahrungen selber sammeln muss und ich mich nicht einfach nur auf die Informationen von Fachkräften abstützen darf.

Wie ich meinen Teich "manage" ist in den vorhergehenden Beiträgen zu lesen. Ich betreibe mein Hobby sehr interessiert und nicht oberflächlich. Bei den Beispielen meiner eingestellten Bildern, reparierten sich die Koi selber und dies in kaltem Wasser bei nicht voller Leistung ihres Immunsystems.

Manch einer hätte hier wohl anders reagiert und mit einer Behandlung gar nie bemerkt dass seine Fische solche Kleinigkeiten durchaus selbst beheben können.

Gruss Dany
 
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