Hallo,
schei...., darf gar nicht dran denken, wie das letztes Jahr bei uns war.
Tut mir echt leid.
Ich hab dir hier mal unseren Leidensweg zusammen geschrieben.
Habe noch einige Infos als PDF Datei, die ich dir gerne zu maile, wenn du mir per PN deine Mailadresse zusendest.
Also:
1.
Koi himmeln,hat mir jemand abgenommen. Er hat die Koi mit einer
Überdosis Nelkenöl eingeschläfert.
2.
Pflanzen etc. komplett raus gerupft und entsorgt, ebenso alles im Umfeld, egal ob im oder am Teich.
3.
Wir haben dann alles weiter laufen lassen ( Filtertechnik ) und 50 Kg Brandkalk auf 32.700 Liter Teich einbracht, damit der PH Wert über 12 geht. Sorgt vorher für eine Möglichkeit bis über 12 messen zu können. Wir hatten das vergessen und haben dann alles an Kalk rein gekippt was wir hatten. Teichränder und Unfeld habe ich mit Lysovet und Vennover, täglich im wechsel besprüht.
Teich blieb dann erst mal 14 Tage so.
3.
Danach haben wir den Teich leer gepumpt und geschruppt was das Zeug hält. Der Kalk ist hartnäckig. Dann wieder befüllt. Leer stehen lassen wäre meine erste Wahl gewesen, geht aber nicht bei uns, weil sich das Grundwasser unter der Folie hoch drückt ! Also wieder befüllen.
4.
Filtermedien etc. hab ich komplett im Teich gelassen sowie alles an Zubehör wie Kescher, Wannen usw auch.
5.
Futter und alles was irgend wie mit dem Mist Virus in Kontakt gekommen sein könnte hab ich entsorgt.
6.
Nach dem Neubefüllen hab ich noch Chloramin T und Wofasteril hochkonzentriert und mehrfach eingesetzt. Sicher ist sicher, sowie auch immer mal wieder die Ränder mit den genannten Mittel besprüht.
Der Teich war dann 6 Monate ohne Fischbestand. Filtertechnik hab ich durchlaufen lassen. Hat ewig gedauert, bis der PH Wert runter ging, obwohl wir ja geschruppt hatten und auch neues wasser drin war. Die Kalkreste sind wirklich nervig...
Nach 6 Monaten haben wir uns dann 3 Koi gekauft, die jetzt immer noch gesund ( toi,toi,toi) im Teich schwimmen.
Nächstes Jahr geht es dann an den weiteren Bestandsaufbau.
Hier noch ein paar gute Links:
Desinfektionsmittel:
http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm ... halt_c.htm
http://www.menno.de/fileadmin/user_uplo ... _super.pdf
http://www.schuelke-mayr.com/de/de/comp ... _42239.htm
http://www.schuelke-mayr.com/download/p ... 0_prod.pdf
http://www.wofasteril.de/
In diesem ebook findest du im hinteren Teil ( Seite 207 ff ) gute Tipps:
http://books.google.de/books?id=uZEUR4_ ... q=&f=false
Hier mal meine gesammelten Erkenntnisse, die ich mir aus Unterlagen vom Veteräneramt raus getippt habe:
Bei der Desinfektion von Tierhaltungen, Schlacht- und Lebensmitteleinrichtungen
Sind auch Aspekte der Entwesung und Reinigung grundsätzlich
Zu berücksichtigen. In Bezug auf die Entwesung sei an dieser Stelle auf
Den „Leitfaden zur großräumigen Rattenbekämpfung in Niedersachsen“
Verwiesen, in dem wichtige Hinweise zur Durchführung der Schadnagerbekämpfung
Dargestellt sind. Dieses Dokument kann auf der Internetseite
Des LAVES (
www.laves.Niedersachsen.de) unter „Tiere > Schädlingsbekämpfung
> Bekämpfung > Rattenbekämpfung“ heruntergeladen werden.
Vor Desinfektion sind Teiche, Geräte, Flächen, Kleidung und Schuhwerk
gründlich zu reinigen, da Schmutzpartikeln (Schlamm, usw.) die
Desinfektionswirkung maßgeblich beeinflussen können.
Zur Desinfektion in der Fischzucht können je nach Anwendungsbereich
Folgende Desinfektionsmittel eingesetzt werden:
• Branntkalk, Löschkalk, Kalkstickstoff - Teichdesinfektion
• Formalin (3 – 5%) - großer Kältefehler, nicht unter 10° C verwenden
• Natronlauge (2%)
• Organische Säuren mit Alkoholanteil (1%, pH 2,5) - geringer Kältefehler
• Aktivsauerstoffhaltige Desinfektionsmittel, z.B. Peressigsäure
(nach Herstellerangabe) - geringer Kältefehler
• Chlorhaltige Desinfektionsmittel (z.B. Chloramin-T)
- sehr gründliche Reinigung vor Desinfektion erforderlich;
Frische Zubereitung
• Quaternäre Ammoniumverbindungen - großer Kältefehler, nicht unter
10°C verwenden; sehr gründliche Reinigung vor Desinfektion
Erforderlich
• Jod-Tensid-Komplex und Phosphor in wässriger Lösung (2%)
• Handelsdesinfektionsmittel (Mittel aus der DVG-Liste – behüllte Viren)
• Geprüfte Handelspräparate zur Händedesinfektion
Nach durchgeführter Teichentschlammung werden, abhängig vom Säurebindungsvermögen
Des Wassers, 500 bis 1.000 g Branntkalk pro m2 Teichfläche
Bzw. M3 Wasser zur Desinfektion benötigt und gleichmäßig auf die
Fläche verteilt. Nach Bespannung des Teiches ist ein pH-Wert von mindestens
12 über 3 Tage (Messprotokoll) aufrechtzuerhalten. Gegebenenfalls
Muss nachdosiert werden. Die Teichränder können mit Kalkmilch besprüht
Werden. Ein Fischbesatz Darf erst erfolgen, nachdem der pH-Wert unter 9
Bzw. 8,5 (Salmoniden) gefallen ist und die Teiche durchgespült wurden um
Branntkalkreste zu entfernen.
Beim Ablassen von gekalkten Teichen ist sicherzustellen, dass im Vorfluter
Keine fischschädigende pH-Wert-Erhöhung bewirkt wird. Ggf. Sind die
Maßnahmen mit den zuständigen Wasserbehörden abzustimmen.
Der Arbeitsschutz ist beim Umgang mit Branntkalk (Verätzungsgefahr,
Hitzeentwicklung beim Löschen) unbedingt zu beachten. Bei Anwendung
Von Kalkstickstoff besteht ein Verbot von Alkoholgenuss während und
Nach der Ausbringung.
In der Fischzucht sollte die Verwendung desinfizierfähiger Schutzkleidung
Bestandteil der guten fachlichen Praxis sein. Hier sind verträgliche Desinfektionsmittel
Zu verwenden. Sonstige Kleidung ist regelmäßig und
möglichst heiß zu waschen. Stiefel und anderes Schuhwerk sind nach den
Vorgaben unter Nr. 2 zu desinfizieren. Insbesondere hier ist auf die Reinigung
Vor Desinfektion Wert zu legen, da sich im Profil des Schuhwerks viel
Schmutz festsetzen kann. Sollten Besucher Zugang zum Teichgelände
Haben, ist neben dem Einsatz von Fußdesinfektionswannen, die Abgabe
Von betriebseigenen Stiefeln oder von Überschuhen dringend zu empfehlen.
Wenn betriebsfremde Personen mit eigenem Schuhwerk die Teich-
Anlage betreten, ist die Verwendung von Desinfektionsmitteln mit kurzer
Einwirkszeit zu befürworten. Außerdem sollte eine Händedesinfektion
Unter Verwendung eines geprüften Handelspräparates durchgeführt werden.
Angaben zur Widerstandsfähigkeit des KHV-Virus
Einwirkung / Substanz / Milieu benötigte Zeit zur völligen Inaktivierung des VHSV
Formalin 2 % < 5 Minuten
PH-Wert 2,5 10 Minuten
PH-Wert 12 2 Stunden
Natronlauge 2 % 5 Minuten
Flusswasser bei 10° C > 7 Wochen
Austrocknen bei 4-20° C > 4 Wochen
60° C feuchtes Milieu < 30 Minuten
60° C trockenes Milieu < 2 Stunden
75° C feuchtes Milieu < 10 Minuten
75° C trockenes Milieu < 45 Minuten
Teichschlamm bei 10° C 10 Tage
Teichschlamm bei 20-30° C 1 Tag
Tote Regenbogenforelle, 20° C < 48 Stunden
Tote Regenbogenforelle, 4° C 1 Woche
Tote Regenbogenforelle im Kropf eines Fischreihers 2 Stunden
Am Schnabel eines Fischreihers 60 Minuten
Chloroform 50 % < 60 Minuten