Salz und Formalin

KOI & Co - Alles für den Koi und seinen Teich

Jörg H.

Mitglied
Ohne valide Daten kann man die Diskussion doch vergessen, oder nicht!?
NaCl oder Formalin zeigen in einer effektiven Wirkzeit-Dosis sehr gute Ergebnisse gegen viele Parasiten (insbesondere gegen Costia). Die Studie finde ich grade nicht.
Salz und Formalin sind in der Kombination wohl kaum untersucht worden.
Mein Vorschlag : Salzgehalt auf 0,5% und die wirksame Dosis Formalin dafür halbieren oder vierteln oder...
 

hansemann

Mitglied
Morgen Jörg,
nein, mich würde speziell die Aufsalzung des Teiches mit 0,3% interessieren. Manchmal klappt die Eliminierung von Costia dadurch, häufig nicht.
An was kann das dann liegen, Immunsystem trotz Salz noch nicht auf der Höhe, salzresistente Costia (sprich "asiatische Variante") oder, oder, oder?
Würde mich und andere sicherlich freuen, wenn du hier etwas Licht ins Dunkle bringen könntest.

Dir und allen anderen useren einen schönen Vatertag!
Hans
 

Jörg H.

Mitglied
Die Wirkzeit Dosis ist ausschlaggebend. Für Langzeitzugaben von NaCl in den Teich (d.h. mehrere Tage bzw. Wochen) ist es weniger die Zeit, auf die es ankommt, sondern die Dosis. Ein Salzgehalt von nur 0,3% ist ggf. nicht ausreichend wirksam. Tief in der Schleimhaut befindliche Parasiten können dies, durch den Schleim geschützt, eine längere Zeit überstehen. Ein höherer Salzgehalt (z.B. 0,6% NaCl) verursacht deutlichere Reaktionen/Anpassungen der Haut des Fisches. Die Anpassung der Schleimdicke und die Konsistenz erfolgt schneller und durch die flüssigere, dünnere neue Schleimschicht werden die Parasiten eher freigesetzt und dem Salz ausgesetzt.

Die physiologische `innere` Salzmenge liegt beim Karpfen bei etwa 0,8 % .
Einen `äußeren` Wert ü. 0,8% im Wasserkörper sollte man bei Langzeitanwendungen nicht überschreiten. Mein Limit ist 0,6%. Zwecks der Sicherheit. :)



Die Wirkzeit -Dosis ist auch bei Kurzzeitbädern maßgeblich. Hier aber eher der Zeitraum, bei einer zuvor feststehenden Dosis.

Hierzu mal ein paar Empfehlungen namhafter Wissenschaftler.

Amlacher (1992) 25 g/L für 10-15 min, Schäperclaus (1990) 25 g/L für 10-15 min.
Baur/Rapp (1988)10-15g/L für 20-30 min.,J. Hofmann (1987)15-20g/L.30 min.


Das sind sehr wirksame Kurzzeit-Bäder gegen Einzeller, wenn man sich an diese Vorgaben hält.
Zu Beginn des Bades sollte diese Dosis demnach bereits eingestellt sein. Das Wasser gut belüftet. Sehr viele Fische (vielleicht 90%) geraten in diesem Bad früher oder später in eine Seitenlage. Manchmal auch nur für eine kurze Zeit. Nach meinen Informationen und meiner Erfahrung ist das keine für den Fisch lebensbedrohliche Situation. Kein anaphylaktischer Schock. Aber er sollte dabei schon ab und an weiter atmen.

Wenn wir den Fisch im Salzbad nur vorsichtig und schrittweise an die Zieldosis von z.B. 25g/l gewöhnen, wird die genannte effektive Wirkzeit-Dosis so natürlich nicht erreicht.

Für sehr junge bzw. sehr kranke Fische sind sehr kurze aber höher dosierte Tauch-Wechsel-Bäder eher anzuwenden.


Das auch noch:

Für sehr junge Karpfen liegt die LD 50 (d.h. 50% der Karpfen tödliche Dosis) bei 15g/L nach 2,5Std. Eine LD100 bei 20g/L in 4 Std.

Das Zauberwort lautet Wirkzeit-Dosis.
 

hansemann

Mitglied
Die Wirkzeit Dosis ist ausschlaggebend. Für Langzeitzugaben von NaCl in den Teich (d.h. mehrere Tage bzw. Wochen) ist es weniger die Zeit, auf die es ankommt, sondern die Dosis. Ein Salzgehalt von nur 0,3% ist ggf. nicht ausreichend wirksam. Tief in der Schleimhaut befindliche Parasiten können dies, durch den Schleim geschützt, eine längere Zeit überstehen. Ein höherer Salzgehalt (z.B. 0,6% NaCl) verursacht deutlichere Reaktionen/Anpassungen der Haut des Fisches. Die Anpassung der Schleimdicke und die Konsistenz erfolgt schneller und durch die flüssigere, dünnere neue Schleimschicht werden die Parasiten eher freigesetzt und dem Salz ausgesetzt.

Die physiologische `innere` Salzmenge liegt beim Karpfen bei etwa 0,8 % .
Einen `äußeren` Wert ü. 0,8% im Wasserkörper sollte man bei Langzeitanwendungen nicht überschreiten. Mein Limit ist 0,6%. Zwecks der Sicherheit. :)
Danke Jörg,
also für den Teich Langzeitbad mit max. 0,6%.

Viele Grüße
Hans
 

Jörg H.

Mitglied
Yes Sir,
natürlich nur für Hälterungen, Quarantänebecken und unnatürliche Teiche.
Und dies ist auch nur meine Meinung. Alle Angaben ohne Gewähr.
Im Zweifelsfall sollten unerfahrene Koihalter zuvor einen Tierarzt fragen.
 

Jörg H.

Mitglied
Meinst du die TA wissen das?
Ja klar. Ein Tierarzt für Fischkrankheiten ganz bestimmt. Aber versetzte dich mal in seine/ihre Situation. Einen Teufel würde ich als Tierarzt tun, öffentlich solche Empfehlungen auszusprechen.
An deinem Teich ist das für sie/ihn, nach Einschätzung der örtlichen Gegebenheiten, eine ganz andere Situation.
 

Gotti

Mitglied
Ich sehe Costia, die über eine Langzeitdosis von 0,6% nur lachen. Costia würde ich mit Salz nur höher dosiert im Kurzzeitbad behandeln. Genau da fängt aber das Problem an. Alle Fische müssen aus dem Teich für mehrere Stunden raus. Nicht jeder Koi hält die höhere Dosis aus. Ich habe einen großen Karashi Mann der schon bei 10g/Liter nach ein paar Minuten umkippt und die Atmung einstellt. Andere vertragen 20 g/Liter eine Stunde lang ohne irgendwelche Unverträglichkeiten zu zeigen. Das muss man einfach ausprobieren und entsprechend reagieren. Die hartnäckigsten Costiastämme kauft man sich.
 
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